18.05.2026 09:49
Berlin (epd). Der Co-Gründer der Digitalmesse re:publica, Markus Beckedahl, hat mehr digitale Souveränität für Europa gefordert. Europa sei noch stark von großen US-Tech-Konzernen abhängig, sagte Beckedahl am Montag im RBB-Inforadio zum Auftakt der re:publica in Berlin. Zwar habe die Europäische Union Regeln geschaffen, diese würden aber oft nicht konsequent umgesetzt.
Beckedahl ist Gründer und Geschäftsführer des Zentrum für Digitalrechte und Demokratie. Zur Digitalmesse re:publica werden von Montag bis Mittwoch rund 30.000 Menschen erwartet, darunter Blogger, Netzaktivisten, Wissenschaftler und Medienschaffende. Auch mehrere Bundesminister haben sich angekündigt.
Beckedahl betonte: "Wir haben uns abhängig gemacht von wenigen Konzernen, vor allem aus den USA, teilweise in der Hand einzelner Menschen wie Marc Zuckerberg." Zuckerberg kontrolliere und bestimme alleine, "wie auf Facebook, Instagram und WhatsApp kommuniziert werden kann". Die Europäische Union habe deshalb Gesetze auf den Weg gebracht, "die diese Plattformen unter demokratisch-rechtsstaatliche Kontrolle bringen sollen, damit sich diese Unternehmen auch an unsere Gesetze halten". Das Problem sei aber: "Diese Gesetze werden nicht durchgesetzt, aus Angst davor, dass Donald Trump Autozölle erhöhen könnte."
Beckedahl kritisierte: "Die Wege in die digitale Souveränität werden nicht konsequent gegangen." Die Bundesregierung investiere zu wenig in Alternativen: "Damit wir morgen wenigstens mehr Wahlfreiheit haben könnten und selbst entscheiden können, welche Infrastrukturen wollen wir eigentlich im digitalen Raum nutzen."
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lob
Zuerst veröffentlicht 18.05.2026 11:49 Letzte Änderung: 18.05.2026 12:50
Schlagworte: Medien, Kongresse, NEU
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