20.05.2026 03:38
Hamburg (epd). Fünf journalistische Arbeiten sind am Dienstagabend mit dem "stern"-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung in Hamburg würdigte Beiträge aus verschiedenen Mediengattungen, die im vergangenen Jahr mit relevanten Themen, starker Recherche und überzeugender Erzählkunst Maßstäbe gesetzt hätten, wie die RTL News GmbH mitteilte, zu dem der "stern" gehört.
Der Egon Erwin Kisch-Preis für die beste geschriebene Reportage ging an Philipp Daum. In dem "Zeit"-Beitrag "Du bist wie ein Vater für mich. Nicht so ein Arsch wie mein letzter" geht es um ein Ferienlager für Kinder von Eltern, die im Gefängnis sitzen. Daum habe im Camp mitgearbeitet und die Geschichten der Jugendlichen aufgeschrieben, hieß es vonseiten der Jury. Dabei sei ihm ein einfühlsamer Blick auf ihre Sehnsüchte, Sorgen und Gedanken gelungen.
Den Preis in der Kategorie Dokumentation gewann Katrin Wegner für die vom Hessischen Rundfunk (HR) produzierte Serie "Akutstation Psychiatrie", die in der ARD Mediathek zu sehen ist. Für den Beitrag hatte Wegner in einer Klinik mitgearbeitet. Die Jury würdigte, dass die Doku einen bemerkenswerten Einblick in die Lebenswelt psychiatrischer Patienten erlaube.
Erik Westermann von der "Braunschweiger Zeitung" bekam den Preis in der Kategorie Lokal für seinen Beitrag "Im Bann des Opfers. Anatomie eines Justizirrtums", der in einer Recherchekooperation mit dem "Spiegel" entstand. Westermann hatte ein Gerichtsverfahren verfolgt, bei dem sich geschilderte Erlebnisse als Hirngespinste herausstellten. Der Reporter habe sich vom Gerichtsberichterstatter zum Investigativreporter gewandelt, sein Text sei "ein verdienstvolles Stück Lokaljournalismus", hieß es.
"Fotogeschichte des Jahres" wurde der "Zeit"-Beitrag "Die Schatten des Sieges" von Emile Ducke. Ihm sei es gelungen, im vom Bürgerkrieg zerstörten Syrien "den Raum zwischen Hoffnung und Angst, zwischen Freude und Brutalität einzufangen", lobte die Jury
In der Sparte Investigation gewann die Filmemacherin Nicole Rosenbach mit "Der Kinderpsychiater - Die Macht des Dr. Winterhoff", die der WDR und der SWR produzierten. Die Autorin habe recherchiert, welchen Einfluss ein umstrittener Psychiater in der Praxis und im Jugendhilfesystem ausübte. "Sie bringt damit Licht in ein sonst verschlossenes System", würdigte die Jury die Dokuserie, die in der ARD Mediathek zu sehen.
Der vom Magazin "stern" vergebene Preis war 2005 ins Leben gerufen worden und mehr als 15 Jahre lang nach dem Magazin-Gründer Henri Nannen (1913-1996) benannt. Dessen mögliche Verbindungen zum Nationalsozialismus führten zur Umbenennung der Auszeichnung.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
Zuerst veröffentlicht 20.05.2026 05:38
Schlagworte: Medien, Journalismus, Auszeichnungen, ZFM
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