20.05.2026 08:07
Frankfurt a.M. (epd). Die Zukunft des früheren Hörspielpreises der Kriegsblinden ist erneut ungewiss. Die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen habe den Kooperationsvertrag für die Auszeichnung, die im vergangenen Jahr in Deutscher Preis für Audiostories umbenannt wurde, fristgerecht gekündigt, sagte Klaus Hahn, Beauftragter des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), dem epd. Sie habe aber zugesagt, den Preis weiter zu fördern. Die Auszeichnung wurde bislang gemeinsam von der Film- und Medienstiftung NRW und dem DBSV getragen.
Die Filmstiftung teilte dem epd mit, dass künftig der DBSV den Preis federführend ausrichten werde. Die Filmstiftung bleibe dem Deutschen Preis für Audiostories "weiterhin eng als Förderer und Partner verbunden". Gemeinsames Ziel sei, die Sichtbarkeit des Preises weiter auszubauen. Die Filmstiftung sieht darin "keineswegs einen Rückzug aus dem Preis", das sei vielmehr "Teil der gemeinsamen Weiterentwicklung und klareren Profilierung". Bei der Entscheidung hätten finanzielle Gründe nicht im Vordergrund gestanden.
Hahn sagte dem epd, die Filmstiftung habe dem DBSV mitgeteilt, ihr Kerngeschäft sei die Förderung und nicht die Organisation von Veranstaltungen. Sie habe darauf verwiesen, dass Budgetkürzungen diese Ausweitung des Geschäftsfelds nicht mehr zuließen. Der gekündigte Kooperationsvertrag habe geregelt, dass die Filmstiftung für die Organisation des Preises zuständig sei. Diese Aufteilung der Zusammenarbeit sei in enger Absprache mit dem DBSV erfolgt. Dabei habe man "bestens harmoniert". Für den DBSV hänge nun alles Weitere davon ab, wie die Förderung durch die Filmstiftung ausgestaltet sei: "Dort liegt der Schlüssel", sagte Hahn.
An diesem internen Prozess sei der DBSV nicht beteiligt: "Wir erwarten eine zeitnahe Klärung und hoffen darauf, dass die Film- und Medienstiftung eine tragende Säule für die Ausrichtung des Preises bleibt", sagte Hahn. Möglich sei auch die Beteiligung anderer Institutionen an dem Preis.
Zum diesjährigen Wettbewerb gibt es nach Angaben des DBSV bislang keine Festlegungen, was Einreichungsphase und Jurysitzungen angeht. Der Verband strebe eine "lückenlose Fortsetzung der jährlichen Preisverleihungen" an, erklärte Hahn: "In die konkrete Planung können wir erst eintreten, wenn die Rahmenbedingungen verbindlich festgelegt sind." Im Jahr 2024 war die Verleihung des damaligen Hörspielpreises der Kriegsblinden wegen der Neuausrichtung des Preises durch die Filmstiftung ausgesetzt worden.
Der Preis war 2025 für Podcasts geöffnet worden und wurde im Dezember erstmals als Deutscher Preis für Audiostories in drei Kategorien vergeben: Ausgezeichnet wurden ein "Dokumentarischer Podcast", ein "Fiktionaler Podcast" und ein "Innovatives oder künstlerisches Hörspiel". Neben öffentlich-rechtlichen Sendern konnten erstmals auch kommerzielle Anbieter Vorschläge für den Preis einreichen.
Der Hörspielpreis der Kriegsblinden war 1950 vom Bund der Kriegsblinden Deutschlands (BKD) gegründet und 1952 erstmals verliehen worden. Die Film- und Medienstiftung kam im Jahr 1994 als zweiter Träger hinzu. Ende 2019 zog sich der BKD aus der Trägerschaft des Preises zurück. An seine Stelle trat der DBSV.
vnn
Zuerst veröffentlicht 20.05.2026 10:07 Letzte Änderung: 20.05.2026 10:57
Schlagworte: Medien, Auszeichnungen, Hörspiel, Hörspielpreis der Kriegsblinden, Preis für Audiostories, vnn, NEU
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