26.05.2026 14:17
Frankfurt a.M. (epd). Die neue Papst-Enzyklika zur Künstlichen Intelligenz hat Forderungen nach strengeren Leitlinien für eine ethische KI-Nutzung ausgelöst. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) plädierte für die Entwicklung einer ethisch verantwortlichen KI aus Europa. "Wenn wir wollen, dass Technologie dem Menschen dient, dann müssen wir sie selbst gestalten. Nicht nur regulieren", sagte der Minister der "Rheinischen Post" (Mittwoch). In seinem am Pfingstmontag veröffentlichten Lehrschreiben warnt Papst Leo XIV. vor einer moralisch neutralen Betrachtung von KI und fordert den Schutz der Menschenwürde im digitalen Zeitalter.
Der Präsident des Branchenverbands Bitkom, Ralf Wintergerst, verlangte eine Ausrichtung der Künstlichen Intelligenz (KI) am Gemeinwohl. Der "Rheinischen Post" (Mittwoch) sagte er: "Künstliche Intelligenz muss dem Menschen dienen und damit auch dem Gemeinwohl." KI könne bereits heute in vielen Bereichen Nutzen stiften, etwa bei der früheren Erkennung von Krankheiten oder im Bildungsbereich. Entscheidend sei daher, "dass wir die Chancen der KI verantwortungsvoll nutzen und klare Grenzen dort ziehen, wo Grundrechte, Sicherheit oder Menschenwürde berührt sind".
Der Weltkirchenrat reagierte positiv und dankbar auf die Enzyklika von Papst Leo XIV. zur KI. Die technologische Entwicklung habe eine solche Dynamik gewonnen, dass die Regeln für ihren verantwortungsvollen Umgang "nicht Schritt gehalten haben", erklärte der Moderator des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, am Dienstag in Genf. Papst Leo gebe dieser Diskussion mit seiner neuen Enzyklika einen starken Impuls.
Die Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten Deutschlands (GKP) zeigte sich erfreut über den Stellenwert, den der Papst dem Journalismus in einer "Ökologie der Kommunikation” beimisst. "In einer Welt, in der falsche Informationen und Lügen als Waffe verwendet und Journalistinnen und Journalisten bedroht, gegängelt und getötet werden, steht der Papst ein für die Freiheit der Presse als wesentliche Bedingung für die Demokratie und eine offene Gesellschaft", sagt der GKP-Vorsitzende Joachim Frank. Konsequent nehme die Enzyklika den Akzent auf, den der Papst bereits in einer seiner ersten Ansprachen nach seiner Wahl im Mai 2025 gesetzt habe. Er zeige damit, wie wichtig ihm das Thema Pressefreiheit sei.
Papst Leo XIV. hatte am Montag seine erste Enzyklika mit dem Titel "Magnifica Humanitas" ("Großartige Menschheit") veröffentlicht. Schwerpunktmäßig behandelt das katholische Kirchenoberhaupt darin die ethischen Herausforderungen der KI.
cez
Zuerst veröffentlicht 26.05.2026 16:17 Letzte Änderung: 26.05.2026 16:18
Schlagworte: Kirchen, Vatikan, Papst, Technologie, ZF, NEU
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