Journalistenverband kritisiert "Nius"-Werbung in Berliner Bahnen - epd medien

28.05.2026 09:03

Seit einigen Tagen wird in Berliner U-Bahnen für das rechtspopulistische Portal "Nius" geworben. Jetzt hat sich eine Journalistenvereinigung dagegen ausgesprochen.

Berlin (epd). Die Deutsche Journalistinnen und Journalisten Union (dju) in der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat Werbung für das rechtspopulistische Nachrichtenportal "Nius" in Wagen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kritisiert. In einem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten "offenen Brief" an die BVG schreiben die dju-Vorsitzenden Peter Freitag und Lars Hansen, "Nius" betreibe gezielte Hetze gegen Minderheiten. Dagegen stehe die BVG für Offenheit und Vielfalt. Viele Fahrgäste hätten einen Migrationshintergrund. Die "Nius"-Werbung in den BVG-Fahrzeugen sei deshalb "kein guter Look".

Eine Online-Petition mit der Überschrift "Keine rechte Angstmache in der BVG!" hatten am Donnerstagvormittag bereits knapp 100.000 Menschen unterzeichnet. Gestartet wurde die an die BVG-Leitung gerichtete Petition von einer "Initiative gegen Rechts". "Nius" wirbt in den BVG-Fahrzeugen unter anderem mit seinem Claim: "Morgens um 6 schon wissen, was einem abends um 8 verschwiegen wird."

BVG hat keinen Einfluss auf Werbung

Ein BVG-Sprecher erklärte auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd): "Werbung ist nicht gleichzusetzen mit der Haltung der BVG: Die BVG ist und bleibt so vielfältig wie die Stadt, für die sie fährt." Das Unternehmen stehe für Offenheit, Respekt und ein demokratisches Miteinander ein. Werbeflächen in Fahrzeugen und Anlagen würden durch Vertragspartner vermarktet: "Wir stellen Flächen zur Verfügung - wir sind nicht Absender der dort beworbenen Inhalte."

Die dju kritisierte, "Nius" sei "kein journalistisches Medium, sondern bestenfalls ein Journalismus-Simulant". Das Portal sei "eine Empörungsmaschine im Redaktionskostüm, die Hetze und Spaltung vermarktet, als wäre es seriöser Journalismus". Es entziehe sich dem Pressekodex und sei mehrfach wegen Verstoßes gegen die journalistische Sorgfaltspflicht ermahnt worden.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

lob



Zuerst veröffentlicht 28.05.2026 11:03 Letzte Änderung: 28.05.2026 11:17

Schlagworte: Medien, Werbung, NEU

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