29.05.2026 10:16
Karlsruhe (epd). Das Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (ZKM) hat das Archiv Gerry Schum (1938-1973) und Ursula Wevers (geboren 1943) erworben. Es dokumentiere damit die Aktivitäten der Fernsehgalerie Gerry Schum und der videogalerie schum zwischen 1968 und 1973, teilte die Kulturstiftung der Länder am Freitag in Berlin mit.
Die Kulturstiftung der Länder, die Stadt Karlsruhe und das Land Baden-Württemberg förderten den Ankauf. Das Konvolut ist ab dem 30. Mai im ZKM in der Ausstellung "Der Fernseher als Galerie: Das Archiv Gerry Schum und Ursula Wevers" zu sehen.
Der Filmemacher und Produzent Gerry Schum und die Kunsthistorikerin und Künstlerin Ursula Wevers haben laut ZKM in der Fernseh- und Videokunst Pionierarbeit geleistet. Schum entwickelte mit der "Fernsehgalerie" ein neues Konzept, Kunst eigens für das Medium Fernsehen zu produzieren. Ab Oktober 1968 tat er das zusammen mit Wevers, mit der Schum ab 1969 verheiratet war. Die Fernsehausstellungen wurden in der ARD ausgestrahlt und zeigten ohne erklärende Kommentare Werke von Künstlern wie Joseph Beuys, Daniel Buren, Gilbert & George, Mario Merz, Richard Serra und Lawrence Weiner.
Alle Arbeiten entstanden eigens für dieses Format, die Filme der Fernsehgalerie sind die einzige Überlieferung. Die experimentellen Formate stießen jedoch zunehmend an die Grenzen des Fernsehbetriebs. Nachdem die Sender die Zusammenarbeit nicht fortsetzten, gründeten Schum und Wevers 1971 in Düsseldorf die videogalerie schum. Das nun vom ZKM erworbene Archiv, das Ursula Wevers über mehr als fünf Jahrzehnte bewahrt hat, enthält unter anderem originale 16-mm-Filme, Videobänder, Tonaufzeichnungen, Fotografien, Korrespondenzen, Presse- und Publikationsmaterialien, technische Unterlagen sowie originales Videoequipment.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lbw
Zuerst veröffentlicht 29.05.2026 12:16
Schlagworte: Medien, Fernsehen
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