Programmausfälle beim WDR wegen Warnstreik - epd medien

08.06.2026 15:01

Wegen eines Warnstreiks beim WDR ist es am Montag zu Programmausfällen gekommen. Teilweise wurde auch ein Ersatzprogramm gesendet.

WDR-Gebäude in Köln

Köln (epd). Wegen eines 24-stündigen Warnstreiks im Westdeutschen Rundfunk (WDR) ist es am Montag zu Programmausfällen gekommen. Ausfälle habe es bislang bei den Infosendungen von 1Live und Cosmo gegeben, hier sei "WDR Aktuell" aus dem Newsroom übernommen worden, teilte der WDR auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) am Montag in Köln mit.

Bei WDR2 und WDR4 seien Ausgaben der "Lokalzeit" ausgefallen. Auf den Sendeplätzen der Wissenschaftssendung "Quarks" und dem Meinungspodcast "Politikum" (beide WDR5) sende der WDR am Montag Ersatzprogramm. Außerdem sei die Fernsehausgabe von "WDR aktuell" um 12:45 Uhr entfallen.

Die Mediengewerkschaft der "Vereinigung der Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden" (VRFF) hatte für Montag erneut zu einem 24-stündigen Warnstreik im WDR aufgerufen, der ab 2 Uhr morgens begonnen hatte. Grund ist den Angaben nach die fünfte Verhandlungsrunde mit dem Sender am Dienstag. Zuvor hatten auch ver.di und der DJV-NRW zu dem Warnstreik aufgerufen.

Große Herausforderungen für den WDR

Nach Angaben der Mediengewerkschaft gilt nach wie vor das WDR-Angebot einer Nullrunde für 2026, mit einer Steigerung von einem Prozent ab Januar 2027 plus einem Prozent ab Januar 2028 und einer Laufzeit von knapp drei Jahren. Würde die von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) empfohlene Erhöhung des Rundfunkbeitrags noch kommen, würden die Gehälter um jeweils zwei Prozent pro Jahr steigen. Im Februar empfahl die KEF zur Deckung des Finanzbedarfs der Sender in der Periode von 2025 bis 2028 eine Erhöhung des Beitrags um 28 Cent auf 18,64 Euro ab 2027.

Die VRFF beklagte, dass eine Nullrunde und die avisierten Steigerungen deutlich zu wenig seien. Ver.di forderte zuvor eine Erhöhung der Gehälter einschließlich der Sonderzahlungen sowie der Honorare um sieben Prozent, bei Festangestellten mindestens jedoch 300 Euro monatlich.

WDR-Verwaltungsdirektorin Stefanie Drinhausen sagte dem epd, dass die Haushaltslage den WDR vor große Herausforderungen stelle. "Dennoch wollen wir auch in schwierigen Zeiten ein faires Angebot machen und eine angemessene Steigerung bei den Gehältern und Honoraren der festen und freien Kolleginnen und Kollegen anbieten."

ema



Zuerst veröffentlicht 08.06.2026 17:01 Letzte Änderung: 11.06.2026 15:16

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Arbeit, NEU

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