RSF ehrt Fotojournalisten aus Myanmar für mutige Berichterstattung - epd medien

09.06.2026 13:50

Die Press Freedom Awards von Reporter ohne Grenzen gingen auch 2026 an fünf Medienschaffende, die sich für Pressefreiheit einsetzen. Geehrt wurde unter anderem Sai Zaw Thaike für seine mutige Berichterstattung aus Myanmar.

Marseille (epd). Auch in diesem Jahr hat die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) Journalistinnen und Journalisten in fünf Kategorien für ihren Einsatz für die Pressefreiheit ausgezeichnet. Die Press Freedom Awards 2026 wurden am 1. Juni in Marseille vergeben, wie RSF mitteilte. Der Fotojournalist Sai Zaw Thaike aus Myanmar erhielt die Auszeichnung für mutige Berichterstattung (Courage Prize). Er dokumentiere seit Jahren Menschenrechtsverletzungen in seinem Land und habe auch nach dem Militärputsch 2021 weiter im Untergrund berichtet, hieß es.

2023 wurde Sai Zaw Thaike festgenommen und von einem Militärgericht zu 20 Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Derzeit ist er den Angaben zufolge im berüchtigten Insein-Gefängnis in Yangon inhaftiert.

Die Folgen illegalen Bergbaus

Carlitos Cadangue aus Mosambik wurde mit der Auszeichnung für Wirksamkeit (Impact Prize) gewürdigt. Der Journalist des privaten TV-Senders Soico Televisão recherchiere seit Jahren zu den Folgen illegalen Bergbaus, darunter Umweltverschmutzung, Ernteausfälle und Gesundheitsgefahren. Nachdem er seine Recherchen veröffentlicht hatte, wurden Bergbauaktivitäten in der Provinz Manica ausgesetzt. Anschließend erhielt Cadangue Drohungen und überlebte im Februar 2026 einen Mordanschlag, wie RSF ausführte.

Julia Mengolini aus Argentinien erhielt den Preis für Unabhängigkeit (Independence Prize). Die Gründerin des unabhängigen Online-Radiosenders Futurock sei 2025 Ziel einer massiven Einschüchterungskampagne geworden - "mit Deepfake-Pornografie, Todes- und Vergewaltigungsdrohungen, koordinierter Online-Belästigung" und strafrechtlichen Verleumdungsverfahren, die unter anderem Präsident Javier Milei angestoßen habe. Trotz der Angriffe arbeite die Journalistin weiter.

Investigativjournalismus in Afrika

Habib Marouane Camara aus Guinea bekam den Mohamed-Maïga-Preis für investigativen Journalismus in Afrika. Der Journalist und Geschäftsführer der Nachrichtenseite "Le Révélateur 224" wurde nach RSF-Informationen am 3. Dezember 2024 von bewaffneten Männern in Gendarmerie-Uniform verschleppt. Seitdem fehle jede Spur von ihm, die Behörden dementierten eine Verantwortung.

Abdul Hakim Abu Riash aus Palästina wurde mit dem Lucas-Dolega-Fotopreis der französischen Urheberrechtsgesellschaft Saif ausgezeichnet. Seine Fotoserie "Gaza's Agony: War, Hunger, and Loss" dokumentiere die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen und zeige Bombardierungen durch die israelischen Streitkräfte, überlastete Krankenhäuser, Hunger und die Suche nach Vermissten in den Trümmern. Die Bilder machten sichtbar, was Krieg, Hunger und Verlust für die Zivilbevölkerung bedeuteten, erklärte RSF.

rid



Zuerst veröffentlicht 09.06.2026 15:50

Schlagworte: Medien, Auszeichnungen

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