10.06.2026 17:40
Berlin (epd). Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat bei der Verleihung des Leo-Baeck-Preises an den Kabarettisten Dieter Nuhr Kritik an den Medien beim Thema Israel geübt. Nuhr decke Doppelstandards auf, "denen die deutsche Medienlandschaft bei diesen Themen oftmals unterliegt", sagte Schuster bei der Festveranstaltung am Mittwochabend in Berlin. "Sie treffen damit auch Ihre Kollegen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk", ergänzte er.
Der Zentralratspräsident verwies als ein Beispiel auf Berichte, in denen vermutet wurde, dass Deutschlands Haltung zu Israel ein Grund für das Scheitern Deutschlands bei der Wahl für den UN-Sicherheitsrat gewesen sein könnte. Österreich, das nun den Platz einnehme, falle seit Langem mit seiner entschlossenen Haltung für Israel auf, "entschlossener als Deutschland selbst", sagte Schuster. Die Erklärung in diesen Berichten offenbare damit "nur eines", sagte Schuster: "Die Obsession mit dem jüdischen Staat, die in unseren Medien so weit verbreitet ist."
Nuhr, der mit seinen satirischen Beiträgen in der Vergangenheit für teils heftige Kontroversen sorgte, wurde vom Zentralrat für sein Engagement gegen Antisemitismus geehrt. Mit dem Leo-Baeck-Preis werden seit 1957 Persönlichkeiten geehrt, die sich nach Ansicht des Zentralrats in herausragender Weise um die jüdische Gemeinschaft verdient gemacht haben.
Zu den Preisträgern gehören die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (1994), Roman Herzog (1998) und Christian Wulff (2011) sowie die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (2007). Zuletzt ging die Auszeichnung vor zwei Jahren an den damaligen Geschäftsführer und heutigen Präsidenten von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke. Der Preis erinnert an den Rabbiner Leo Baeck (1873-1956).
Meldung aus dem epd-Basisdienst
co
Zuerst veröffentlicht 10.06.2026 19:40 Letzte Änderung: 11.06.2026 10:35
Schlagworte: Auszeichnungen, Judentum, Medien, NEU
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