11.06.2026 09:18
Hamburg/Berlin (epd). Die Journalistenorganisation Netzwerk Recherche zeichnet mit ihrem diesjährigen "Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen" die "Spiegel"-Recherche zu den Vorwürfen der Moderatorin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen aus. Die Berichterstattung habe das bislang wenig beachtete Problem digitaler sexualisierter Gewalt sichtbar gemacht und eine breite Debatte über den Schutz Betroffener sowie bestehende rechtliche Lücken angestoßen, teilte das Netzwerk Recherche am Donnerstag in Berlin mit. Der Preis soll am Samstag bei der Jahrestagung der Organisation in Hamburg verliehen werden.
In dem im März veröffentlichten Bericht von Lukas Eberle, Roman Höfner, Max Hoppenstedt Heinrichs, Juliane Löffler, Marvin Milatz und José Bautista erhebt Fernandes schwere Vorwürfe gegen Ulmen, unter anderem ging es um pornografische Deepfake-Videos. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Der Schauspieler weist die Vorwürfe zurück.
Das Netzwerk Recherche erklärte, die Recherche habe gezeigt, welchen Belastungen Betroffene ausgesetzt sind und wie begrenzt die Möglichkeiten sein können, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Der Vorsitzender Daniel Drepper sagte, die Reporterinnen und Reporter hätten "größte Sorgfalt demonstriert: handwerklich, menschlich und presserechtlich".
Die Laudatio zur Preisverleihung hält NDR-Moderatorin Anja Reschke. Sie erklärte: "Es gibt in unserer Welt der individualisierten Informationsnutzung nicht mehr viele Geschichten, die die Kraft haben, die vielen einzelnen Bubbles zu durchdringen und eine Erschütterung in der Gesellschaft zu erreichen." Die "Spiegel"-Geschichte sei so eine Geschichte.
Zu den vorangegangenen "Leuchtturm"-Preisträgern gehören Robert Pausch für die Recherche "Das liberale Drehbuch für den Regierungssturz" (2025) und das Team von Correctiv für die Recherche "Geheimplan gegen Deutschland" (2024).
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lnh
Zuerst veröffentlicht 11.06.2026 11:18
Schlagworte: Medien, Auszeichnungen, Journalismus
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