Klöckner: Gut, wenn man kenntlich macht, was KI-generiert ist - epd medien

11.06.2026 10:44

Der Einsatz von KI durch den thüringischen Ministerpräsidenten Voigt sorgt für eine Debatte darüber, wie weit die Nutzung der neuen Technologien gehen sollte. Bundestagspräsidentin Klöckner rät, die technische Hilfe mindestens kenntlich zu machen.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU, Archivbild)

Berlin (epd). In der Debatte um den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei Reden und Gastbeiträgen des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) an die Verantwortung von Politikern und Politikerinnen appelliert. "Es gibt eine Verantwortung, wenn man KI nutzt", sagte Klöckner am Donnerstag in Berlin.

Bei der Person, die KI nutze, liege die Verantwortung "zu überprüfen auf die Quellen und auf das, was geschrieben wird", sagte Klöckner. "Und zum anderen ist es gut, wenn man das kenntlich macht, was KI-generiert ist", ergänzte sie. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (F.A.Z.) hatte einen Gastbeitrag von Voigt aus dem Netz genommen und in seinem Archiv gesperrt, weil es Hinweise gibt, dass er durch KI erzeugt wurde und Zitate nicht richtig wiedergibt.

Klöckner lehnt Einsatz von KI nicht ab

Dass KI genutzt wird, lehnt Klöckner aber nicht ab. Das sei nicht die Frage des Ob, sondern des Wie, sagte sie. Sie sehe gar keine Alternative darin, Kompetenz darin zu haben. Das Thema beschäftige auch die Bundestagsverwaltung, wo KI auf Grundlage von Leitlinien genutzt werde.

Klöckner äußerte sich auf Nachfrage bei einer Pressekonferenz, bei der eine Stellungnahme des Deutschen Ethikrats zu Gefahren für Minderjährige im Netz vorgestellt wurde. Die Philosophin Judith Simon, die sich mit Digitalfragen befasst, sagte zum Fall Voigt, sie sei "im Moment noch eine ziemliche Hardlinerin" und verwende KI generell nicht zum Schreiben von Inhalten.

Bei Texten, die oft produziert und immer inhaltsgenau schnell gemacht werden müssten und wenn "die Leute nicht so gerne schreiben", werde es zunehmend verwendet, sagte sie. Da könne man KI zur Hilfe ziehen, "aber dass zumindest jemand nochmal überlegt hat, was da drin stehen soll, fände ich schon ganz toll", sagte sie.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

co



Zuerst veröffentlicht 11.06.2026 12:44 Letzte Änderung: 11.06.2026 12:54

Schlagworte: Medien, Künstliche Intelligenz, Bundestag, NEU

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