15.06.2026 23:01
Hamburg (epd). Die Nachrichtennutzung in sozialen Medien steigt. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten "Reuters Institute Digital News Report 2026" hervorgeht, ist das Internet die wichtigste Nachrichtenquelle: 67 Prozent der erwachsenen Online-Bevölkerung in Deutschland konsumieren demnach mindestens einmal pro Woche Nachrichten im Internet. Soziale Medien sind dabei die reichweitenstärkste Online-Nachrichtenquelle: 36 Prozent kommen dort mit Nachrichten in Kontakt. Demnach sind soziale Medien besonders für die 18- bis 24-Jährigen von Bedeutung: 60 Prozent von ihnen nutzen Nachrichten in sozialen Medien. KI-Chatbots spielen eine untergeordnete Rolle beim Zugang der Nachrichten. Insgesamt bleibt das Vertrauen in Nachrichten stabil.
Für die Nachrichtennutzung in sozialen Medien sind demnach vor allem WhatsApp, YouTube und Facebook relevant. Bei den 18- bis 24-Jährigen sticht Instagram besonders hervor: 85 Prozent nutzen die Plattform allgemein, 52 Prozent auch für Nachrichten.
Die Bedeutung sozialer Medien als wichtigste Nachrichtenquelle (18 Prozent) erreicht demnach einen neuen Höchststand; allerdings werden sie weiterhin mehrheitlich ergänzend zu anderen Nachrichtenquellen genutzt. Einzig im Nachrichtenrepertoire der jüngsten untersuchten Altersgruppe (18- bis 24-Jährige) nehmen soziale Medien eine große Rolle ein: Für 17 Prozent von ihnen sind soziale Medien die einzige Quelle, über die sie mit Nachrichteninhalten in Kontakt kommen.
KI-Chatbots spielen als regelmäßiger Zugang zu Nachrichten weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Fünf Prozent der Befragten geben an, in der vergangenen Woche einen generativen KI-Chatbot verwendet zu haben, um sich über Nachrichten zu informieren.
Nachrichten im linearen Programmfernsehen werden von 59 Prozent der Befragten regelmäßig gesehen; in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen sind es 32 Prozent. 34 Prozent aller Befragten hören regelmäßig Nachrichtensendungen im linearen Radio und 17 Prozent lesen gedruckte Zeitungen oder Magazine. In der Langzeitbetrachtung seit 2013 zeigt sich in der Tendenz ein Rückgang der Reichweiten von Nachrichten im linearen Programmfernsehen, im Radio und in gedruckten Erzeugnissen.
Das Vertrauen in Nachrichten bleibt weiter auf einem stabilen Niveau. 46 Prozent der Befragten sind der Ansicht, man könne dem Großteil der Nachrichten in Deutschland meist vertrauen. Am geringsten ist das allgemeine Vertrauen bei den 18- bis 24-Jährigen ausgeprägt. In dieser Gruppe stimmen lediglich 37 Prozent dieser Aussage zu.
Knapp die Hälfte der Befragten äußert der Befragung zufolge Bedenken, bei Online-Nachrichten zwischen Fakten und Falschmeldungen unterscheiden zu können. Dies ist ein deutlicher Sprung nach oben im Vergleich zu den Jahren 2024 und 2025, in welchen jeweils 42 Prozent der abgefragten Aussage zugestimmt haben. Die Werte sind in allen Altersgruppen angestiegen.
Seit 2012 untersucht der "Reuters Institute Digital News Report" jährlich über Repräsentativbefragungen in mittlerweile 48 Ländern generelle Trends und nationale Besonderheiten der Nachrichtennutzung. Insgesamt basiert die Studie in der 14. Wiederholung auf den Antworten von fast 100.000 Befragten auf sechs Kontinenten. Die Befragung in Deutschland verantwortet das Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut in Hamburg und ist demnach für Nutzerinnen und Nutzer des Internets ab 18 Jahren repräsentativ.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
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Zuerst veröffentlicht 16.06.2026 01:01 Letzte Änderung: 16.06.2026 11:17
Schlagworte: Medien, Journalismus, Forschung, NEU
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