MDR stellt Radiowelle MDR Klassik ein - epd medien

18.06.2026 13:30

Die ARD-Sender müssen laut Reformstaatsvertrag die Zahl ihrer Radiowellen verringern. Der MDR stellt deshalb seine Klassikwelle als eigenständiges Programm ein.

Logo von MDR Klassik

Leipzig (epd). Im Zusammenhang mit den Reformen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk stellt der MDR seine Klassikwelle als lineares Programm ein. Wie der Sender am Donnerstag in Leipzig mitteilte, wird auf der bisherigen DABplus-Frequenz von MDR Klassik ab dem 12. Oktober das Programm von BR Klassik ausgestrahlt. Das Angebot werde durch kuratierte Inhalte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ergänzt. MDR Klassik ist ein rein digitaler Kanal, der nicht über UKW empfangbar ist.

Der Schritt sei Teil des Transformationsprozesses, den der seit Dezember 2025 gültige Reformstaatsvertrag angestoßen habe, teilte der MDR mit. Dieser sieht eine Begrenzung der ARD-Radiowellen auf maximal 53 bis 2027 vor. Künftig sollen die Klassikinhalte des Senders demnach verstärkt über digitale Angebote wie Streams, Podcasts sowie ARD-Plattformen wie ARD Sounds und die ARD-Mediathek verbreitet werden. Diese Entwicklung trage der veränderten Mediennutzung Rechnung.

Klassik bleibt zentraler Bestandteil des MDR-Auftrags.

Parallel dazu blieben bei MDR Kultur bekannte und beliebte Formate von MDR Klassik integriert oder würden dort künftig übernommen, hieß es. So blieben Konzertübertragungen, Mitschnitte und die regionale Berichterstattung über die Musiklandschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein wesentlicher Bestandteil des Angebots. Auch die Podcastreihe "Bachkanal mit Michael Maul und Bernhard Schrammek" bleibe und werde in neue programmliche Kontexte integriert.

MDR-Klassik-Chefin Annette Josef erklärte, die Neuausrichtung bedeute keinen Rückzug vom Kulturauftrag, sondern eine Weiterentwicklung der Angebote unter veränderten Rahmenbedingungen: "Klassik bleibt zentraler Bestandteil des MDR-Auftrags", betonte sie.

MDR-Intendant Ralf Ludwig hatte den Rundfunkrat im vergangenen Dezember darüber informiert, dass MDR Klassik zu den terrestrisch verbreiteten ARD-Radiosendern gehöre, die eingestellt oder ins Digitalangebot verlegt werden. Mitteldeutsche Kulturinstitutionen und die deutsche Musik- und Orchestervereinigung Unisono hatten gegen diese Pläne protestiert. Unisono-Geschäftsführer Robin von Olshausen sagte im Dezember: "Der Sender bietet einem treuen Publikum klassische Musik in der gesamten Breite und berichtet vorbildlich über Kultur- und Musikpolitik."

fu/dir



Zuerst veröffentlicht 18.06.2026 15:30 Letzte Änderung: 18.06.2026 16:25

Schlagworte: Medien, Hörfunk, MDR, Kultur, MDR Klassik, fu, Roether, NEU

zur Startseite von epd medien