23.06.2026 08:05
Frankfurt a.M. (epd). Die Journalistin Eva-Maria Michelmann ist frei. Ihr Anwalt Roland Meister bestätigte am 21. Juni Medienberichte, nach denen die Journalistin, die mehr als fünf Monate in Syrien festgehalten worden war, das Gefängnis in Damaskus verlassen konnte. Am 19. Juni sei sie in Begleitung eines Vertreters der deutschen Botschaft über Amman nach Berlin gereist.
Michelmann gehe es "den Umständen entsprechend gut", teilte Meister mit. Er kündigte an, die Journalistin werde "zu gegebener Zeit selbst zu ihrer Entführung, den Haftbedingungen und ihrer völkerrechtswidrigen Inhaftierung durch die salafistisch-diktatorische syrische Übergangsregierung berichten". Sie wolle sich aber zuerst von ihrer Haft erholen.
Michelmann und ihr türkisch-kurdischer Kollege Ahmet Polad waren nach dem Einmarsch der syrischen Übergangsregierung im nordsyrischen Rakka am 18. Januar verschwunden. Nach Angaben des Anwalts meldeten sich bei ihm im April Zeugen, die die beiden in einem Gefängnis in Aleppo gesehen hatten und von Misshandlungen und Hunger berichteten. Am 23. April habe eine Vertreterin der deutschen Botschaft Michelmann in einem Gefängnis in Damaskus besucht.
Michelmanns Familie, der Anwalt und verschiedene Organisationen hatten die Bundesregierung in den vergangenen Monaten immer wieder aufgefordert, sich um die Freilassung der Journalistin zu bemühen.
Michelmann (36) hatte seit 2022 als freie Journalistin aus Nordost-Syrien berichtet und unter anderem Artikel für die türkische Nachrichtenagentur Etkin Haber Ajansi (ETHA) geschrieben.
dir
Zuerst veröffentlicht 23.06.2026 10:05
Schlagworte: Medien, Journalismus, Personalien, Syrien, Michelmann, Roether
zur Startseite von epd medien