23.06.2026 08:12
Frankfurt a.M. (epd). Journalisten sollten nach Ansicht des Journalisten Alexander von Streit wieder stärker den Kontakt mit ihrem Publikum suchen. Der klassische Lokaljournalismus habe früher buchstäblich auf dem Marktplatz stattgefunden, sei "nahbar" gewesen, sagte der Journalist und Medienberater im Medienpodcast "Läuft". Medien müssten wieder ein natürlicher Teil der Gesellschaft werden.
Viele Lokalredaktionen seien an den Stadtrand gezogen, hätten sich von den Menschen und ihren Berichterstattungsgebieten wegbewegt, sagte von Streit. Doch es gebe immer noch ein elementares Interesse des Publikums an Journalismus. Das zeige sich auch am Erfolg sogenannter Live-Journalismus-Veranstaltungen. Demnach war im April die Konferenz der "Süddeutschen Zeitung" zu den "Panama Papers" in München ausverkauft.
"Je weniger wir sichtbar sind, desto stärker leidet darunter die Beziehung von Journalismus und Menschen, die Journalismus nutzen", sagte von Streit. Deswegen müssten Medien Orte und "Begegnungsformate" schaffen, um die Menschen wieder in Kontakt mit Informationen und Journalismus zu bringen. Medien sollten wie eine Kneipe oder ein Café sein.
Alexander von Streit war Mitgründer des unabhängigen Online-Magazins "Krautreporter". Derzeit untersucht er im Projekt "Media Rewilding", wie Live-Events, bei denen Medien und deren Publikum in Kontakt kommen, dazu beitragen können, dass Journalismus und Gesellschaft wieder enger zusammenrücken.
Der Podcast "Läuft" ist eine Koproduktion des Fachdienstes epd medien und des Grimme-Instituts in Marl.
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Zuerst veröffentlicht 23.06.2026 10:12 Letzte Änderung: 23.06.2026 11:45
Schlagworte: Medien, Journalismus, Podcast, von Streit, Roether, NEU
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