23.06.2026 09:52
Hamburg (epd). Die Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach hat darauf hingewiesen, dass die Menschen. Nachrichten anders nutzen als früher. Nachrichten würden mittlerweile auf vielen verschiedenen Kanälen an die Bevölkerung herangetragen, sagte sie am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion zur Debattenkultur in den Medien. "Im digitalen Raum sind wir alle permanent von Nachrichten umgeben. Da gibt es gar keine Atempause mehr." Die Podiumsdiskussion wurde veranstaltet von der "Zeit"-Stiftung Bucerius und der Rudolf Augstein Stiftung.
Lars Haider, Chefredakteur des "Hamburger Abendblatt", ergänzte: "Ich habe vor allem in den letzten Jahren gemerkt, dass Menschen abschalten, wenn wir nur über Negatives berichten." Deshalb wolle das "Abendblatt" seiner Leserschaft eine Mischung verschiedener Nachrichten bieten und gegen die Nachrichten-Verdrossenheit in der Gesellschaft arbeiten.
Die stellvertretende Ressortleiterin beim Hauptstadtbüro des "Spiegel", Marina Kormbaki, sagte: "Wir möchten näher an unsere Leserschaft herankommen und die persönliche Glaubwürdigkeit unserer Journalistinnen und Journalisten bekannt machen." So solle das Vertrauen zwischen Medien und Bevölkerung wieder gestärkt werden.
Neben dem Thema Glaubwürdigkeit beleuchteten die drei Medienschaffenden außerdem die Frage, wie Medienhäuser mit Online-Journalismus Geld verdienen können. Anne Hähnig, Leiterin des Politikressorts bei der "Zeit", erklärte, dass Redaktionen mittlerweile sehr genau sähen, was gelesen werde und was nicht. Welches Thema wie viel Aufmerksamkeit erhalte, werde in Redaktionen inhaltlich diskutiert, würde aber auch durch "Klicks" beeinflusst, sagte sie.
lnh
Zuerst veröffentlicht 23.06.2026 11:52 Letzte Änderung: 23.06.2026 16:03
Schlagworte: Medien, Politik, Journalismus, Nachrichten, lnh, NEU
zur Startseite von epd medien