Lokalmedientage Nürnberg: Radio und TV halten Reichweiten - epd medien

24.06.2026 10:03

Die Funkanalyse Bayern zeigt: Die Menschen in Bayern schätzen ihre Lokalprogramme. Die Studie wurde beim Branchentreffen der Lokalmedien in Nürnberg vorgestellt.

Nürnberg (epd). Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), hat bei den Lokalmedientagen in Nürnberg die Bedeutung des Lokaljournalismus hervorgehoben. Lokaljournalismus sei kein "Nice-to-have", sagte er am Mittwoch bei der Eröffnung der Veranstaltung: "Er schafft Orientierung. Er unterstützt Meinungsbildung. Er macht Missstände sichtbar. Kurz: Lokaljournalismus ist demokratische Infrastruktur." Lokale Medien schafften Öffentlichkeit dort, wo Demokratie beginnt, in den Städten, Gemeinden und Regionen.

Globale Plattformen und Algorithmen setzen laut Schmiege heute die Regeln und entscheiden, was sichtbar wird. Werbeeinnahmen wanderten ab und Produktionskosten stiegen. Die Politik müsse sich daher Gedanken machen, wie sie einen Schutzschirm über den Lokaljournalismus spannen könne. Die Streben dieses Schutzschirms seien Auffindbarkeit zwischen massenhaft anderen Inhalten, Kooperation zwischen den Medienhäusern sowie eine gesicherte Finanzierung. So könne etwa ein Teil der Einnahmen der marktmächtigsten Plattformen an die Content-Ersteller zurückfließen.

Schmiege: KI ersetzt keine Verantwortung

Der BLM-Präsident sprach sich auch dafür aus, Künstliche Intelligenz (KI) als Werkzeug zu nutzen. "Aber KI ist kein Ersatz für journalistische Verantwortung", betonte er.

Laut der Funkanalyse Bayern, die auf den Lokalmedientagen vorgestellt wurde, schalten täglich 2,4 Millionen Menschen in Bayern mindestens ein lokales Radioprogramm ein. Jeden Tag hören insgesamt 76,7 Prozent der Menschen in Bayern Radio. Die Lokalprogramme und die landesweiten privaten Hörfunkangebote erzielen in der Altersgruppe der 14- bis 59-Jährigen zusammen 45,3 Prozent Marktanteil und liegen damit vor dem Bayerischen Rundfunk mit 32,2 Prozent.

Wie die BLM außerdem mitteilte, verlagert sich der Radioempfang in Bayern weiter in Richtung digitale Empfangswege. 2026 hätten 48,1 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren in Bayern Radio über digitale Empfangswege wie DABplus und Internet gehört, UKW komme nur noch auf 45,2 Prozent. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (53,2 Prozent) habe Zugang zu mindestens einem DABplus-Empfangsgerät, in rund der Hälfte der Haushalte (46,9 Prozent) gebe es inzwischen ein solches Gerät.

Schmiege sagte, damit sei ein Wendepunkt überschritten: "Die digitale Radionutzung überholt UKW." DABplus bringe "mehr Vielfalt und ein besseres Hörerlebnis bei geringeren Kosten".

Branchentreffen erwartet 800 Teilnehmende

Auch das lokale Fernsehen ist demnach für viele Menschen weiterhin ein relevanter Zugang zu Informationen. Durchschnittlich 620.000 Personen oder 5,6 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren in Bayern sehen montags bis freitags Lokal-TV (Vorjahr: 5,9 Prozent).

Zu dem zweitägigen Branchentreffen in der Nürnberger Messe werden bis Donnerstag rund 800 Teilnehmende und 90 "Speaker" erwartet. Die Lokalmedientage sind aus den Lokalrundfunktagen hervorgegangen, die seit mehr als 30 Jahren eine Vernetzungsplattform für Medienschaffende aus Radio und Fernsehen bilden.

lbm/dir



Zuerst veröffentlicht 24.06.2026 12:03 Letzte Änderung: 24.06.2026 16:25

Schlagworte: Medien, Lokalmedien, Kongresse, NEU

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