Jugendschutz: Staatsminister sieht Plattformen in Verantwortung - epd medien

24.06.2026 23:00

Eine Expertenkommission empfiehlt eine europäische Lösung beim Jugendschutz auf Social Media, etwa durch Altersgrenzen. Kulturstaatsminister Weimer sieht vor diesem Hintergrund die Plattformen stärker in der Pflicht.

Berlin (epd). Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) sieht beim Online-Jugendschutz vor allem die Plattformen in der Verantwortung. "Das Verursacherprinzip sollte hier angewandt werden", sagte Weimer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Deshalb sei es richtig, die Plattformen für eine altersangepasste Ausgestaltung der Angebote in die Pflicht zu nehmen und die Verantwortung nicht alleine auf Kinder und Eltern zu verlagern. Kommunikations- und Informationsfreiheit müsse auch für Kinder und Jugendliche gelten. "Wir verbieten unseren Kindern nicht, auf Social Media zu sein, sondern wir verbieten den Plattformen, ungehindert in unsere Kinderzimmer zu kommen."

Weimer betonte die Bedeutung einer funktionierenden Altersverifikation. "Diese muss dann auch konsequent durchgesetzt werden von Bund, Ländern und Europäischer Kommission", sagte er den Funke-Zeitungen. "Eine geschützte Teilhabe ist der richtige Weg, den ich als Medienstaatsminister auch mit einem Konzept zur Stärkung der Nachrichtenkompetenz unterstützen und flankieren werde." Die digitale Welt müsse sich an den Rechten, Bedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen ausrichten und nicht umgekehrt.

Prien will Altersgrenze bei Social Media

Zuvor hatte eine eine Expertenkommission ihre Empfehlungen für den Schutz Minderjähriger im Netz an Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) übergeben. Die von ihr eingesetzte Kommission sieht Regulierungsbedarf bei Social-Media-Plattformen, legte sich aber bei der Altersgrenze nicht fest - und plädierte ausdrücklich für eine europäische Regelung. Prien bleibt indes bei ihrer Forderung nach einer Altersgrenze für Social-Media-Plattformen.

Der Abschlussbericht der Expertenkommission umfasst insgesamt 56 Handlungsempfehlungen. Sie richten sich an Gesetzgeber und Verwaltung, Eltern, Bildungsinstitutionen, Gesundheitswesen und Plattformen.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

lwd



Zuerst veröffentlicht 25.06.2026 01:00

Schlagworte: Medien, Internet, Kinder

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