Meteorologe Terli: Derzeit ist nichts klimaneutral - epd medien

26.06.2026 05:39

Aus Sicht des ZDF-Wettermoderators Özden Terli sollten die Folgen der Klimakrise in den Medien drastischer geschildert werden. Es gebe eine massive Desinformation.

Özden Terli arbeitet seit 2013 in der Wetter-Redaktion des ZDF

München (epd). Der ZDF-Wettermoderator Özden Terli empfindet es als sehr frustrierend, dass auf die Klimakrise aus seiner Sicht nicht ausreichend reagiert und Fakten misstraut wird. "Besonders beunruhigend ist es, wenn man die Entscheidungen der Politik sieht, die komplett konträr sind zu dem, was gemacht werden müsste", sagte Terli der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag). Dazu komme ein Greenwashing mit Produkten, die vermeintlich klimaneutral hergestellt wurden. "Nein, es gibt derzeit nichts, was klimaneutral ist. Wir verbrauchen permanent Ressourcen, egal, was wir tun", sagte Terli.

Er sprach von einer massiven Desinformation vonseiten der fossilen Industrie, entsprechender Medien, Politiker und gesellschaftlicher Gruppen. "Diese Klientel verkauft nicht nur die eigene Großmutter, sondern auch die Kinder, Enkel und unzählige Generationen in der Zukunft", kritisierte Terli.

Terli spricht von globaler Erhitzung statt Klimawandel

Für die Berichterstattung der Medien wünscht sich der Meteorologe deutlichere Worte. "Der Begriff 'Klimawandel' ist extrem schwach. Da wandelt sich nichts. Ich benutze strikt 'globale Erhitzung', auch wenn das oft zu Diskussionen führt", sagte er. Denn es gehe um einen "brachialen, epochalen Umbruch in der Menschheitsgeschichte". "Wenn das den Menschen wirklich im Detail bewusst wäre, würden sie sich anders verhalten, da bin ich mir sicher", sagte Terli.

"Wenn man da schwadroniert, gibt es auch keine korrekte Risikoabschätzung", führte der ZDF-Wettermoderator aus und fügte hinzu: "Die machen wir, wenn es um Geld oder Versicherungen geht. Aber bei der größten Herausforderung der Menschheit nicht? Warum nicht?"

kfr



Zuerst veröffentlicht 26.06.2026 07:39 Letzte Änderung: 26.06.2026 11:41

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Klima, NEU

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