MVFP-Chef Welte fordert Politik zum Schutz der Presse auf - epd medien

30.06.2026 05:05

Zum Abschied aus dem Amt schlägt der Vorstandsvorsitzende des Medienverbands der freien Presse, Welte, Alarm. Die Politik müsse handeln, um die Presseverlage gegen die Macht der Tech-Konzerne zu schützen.

Frankfurt a.M. (epd). Der scheidende Vorstandsvorsitzende des Medienverbands der freien Presse (MVFP), Philipp Welte, dringt auf politisches Handeln, um die Presse in Deutschland angesichts der Dominanz der Tech-Konzerne zu schützen. In der gegebenen ökonomischen Situation stehe mehr auf dem Spiel als die Zukunft einzelner Publikationen. "Es geht um die Zukunft des weltweit einzigartig vielfältigen Ökosystems der deutschen Verlage und mit ihm um das Funktionieren einer offenen Gesellschaft und freier Märkte", schreibt Welte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag).

Welte war bis Ende vergangenen Jahres Vorstand bei Hubert Burda Media, am Dienstagnachmittag gibt er das Amt als MVFP-Vorstandsvorsitzender bei der Delegiertenversammlung des Verbandes in Berlin ab. Er schreibt in dem Gastbeitrag, Presseverlage seien in der digitalen Welt in hohem Maße der Willkür der Plattformen ausgeliefert, und die ökonomische Basis des unabhängigen Journalismus werde systematisch ausgehöhlt. "Vor den politischen, sozialen und ökonomischen Gefahren dieser Entwicklung wurde die Politik lange gewarnt - bisher ohne nennenswerte Reaktion aufseiten derer, die unser Land regieren", kritisierte Welte.

Plädoyer für Mehrwertsteuer null

Die 350 Verlage des Medienverbands der freien Presse schlügen ein Sofortprogramm vor. Unter anderem forderte Welte, dass die EU und die Bundesregierung eine faire Verbreitung aller Pressepublikationen auch in der digitalen Welt sicherstellen. Auch müsse das Pressekartellrecht geändert werden, die deutschen Verlage bräuchten einen größeren Freiraum für Kooperationen. Zudem brauche es klare rechtliche Regeln, um die Arbeit der Redaktionen vor Diebstahl ihrer Inhalte durch Künstliche Intelligenz (KI) zu schützen.

Auch forderte Welte erneut eine staatsfreie Unterstützung von Zeitschriften und Zeitungen, die von der aktuellen Bundesregierung und der vorangehenden Ampel-Koalition in Aussicht gestellt, aber nie umgesetzt wurde. Er sprach sich für die Absenkung der Mehrwertsteuer für periodische Presseprodukte auf null aus. Sie sei die ordnungspolitisch unbedenklichste Unterstützung der Verlage.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

kfr



Zuerst veröffentlicht 30.06.2026 07:05

Schlagworte: Medien, Presse, Verlage

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