Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag lagen bei 8,72 Milliarden Euro - epd medien

30.06.2026 08:54

8,72 Milliarden Euro nahm der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio im vergangenen Jahr aus dem Rundfunkbeitrag ein. Das waren 20 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Die Einnahmen werden an die Rundfunkanstalten verteilt.

Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio in Köln

Köln (epd). Die Einnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender aus dem Rundfunkbeitrag sind 2025 nahezu stabil geblieben. Wie der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio am Dienstag in Köln mitteilte, sanken die Einnahmen um 20 Millionen auf 8,72 Milliarden Euro. Davon gingen insgesamt 8,56 Milliarden Euro an die öffentlich-rechtlichen Sender, 164,5 Millionen Euro erhielten die Landesmedienanstalten, die den privaten Rundfunk beaufsichtigen.

Wie aus dem vom Beitragsservice vorgelegten Bericht hervorgeht, gingen von den Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag 2,23 Milliarden Euro an das ZDF, insgesamt 6,07 Milliarden Euro an die neun ARD-Anstalten und 255 Millionen Euro an Deutschlandradio.

Weniger angemeldete Wohnungen

Unter den ARD-Anstalten verteilten sich die Einnahmen wie folgt: 1,27 Milliarden Euro erhielt der Westdeutsche Rundfunk, 1,10 Milliarden der Südwestrundfunk, 1,06 Milliarden der Norddeutsche Rundfunk, 995 Millionen der Bayerische Rundfunk, 623 Millionen der Mitteldeutsche Rundfunk, 457 Millionen der Rundfunk Berlin-Brandenburg, 454 Millionen der Hessische Rundfunk, 69 Millionen der Saarländische Rundfunk und 47 Millionen Radio Bremen.

Nach Angaben des Beitragsservice gingen die Zahlen der angemeldeten Wohnungen und der Beitragskonten um 0,2 Prozent zurück auf 40,44 Millionen. Dafür stieg die Zahl der angemeldeten Betriebsstätten um 2,6 Prozent auf 4,52 Millionen. Die Zahl der Beitragskonten lag insgesamt weiterhin bei knapp 47 Millionen.

In den kommenden Jahren rechnet der Beitragsservice mit einer Stabilisierung der Einnahmen. Bernd Roßkopf, Geschäftsbereichsleiter Finanzen, sagte, noch in diesem Jahr werde es einen weiteren Meldedatenabgleich geben. Erfahrungsgemäß nehme dann die Zahl der gemeldeten Haushalte wieder zu. Die im Februar von der zuständigen Finanzkommission KEF empfohlene Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 28 Cent auf 18,64 Euro zum 1. Januar 2027 würde die Ertragslage im kommenden Jahr zusätzlich verbessern. Nach einer Prognose der Gemeinschaftseinrichtung könnten die Einnahmen dann auf 8,8 Milliarden Euro steigen.

Beitragsservice sieht keine "Verweigerungshaltung"

2,4 Millionen Personen waren nach Angaben des Beitragsservices aus sozialen Gründen von der Beitragspflicht befreit, das waren 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr. 3,65 Millionen Beitragskonten seien im Zahlungsverzug gewesen, nach Angaben des Beitragsservices waren dies 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Roßkopf sagte, hier sei keine "Verweigerungshaltung" gegenüber dem Rundfunkbeitrag erkennbar, vielmehr entsprächen die Zahlen den allgemeinen Erkenntnissen zu Haushalten, die Schwierigkeiten hätten, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Den höchsten Anteil an Beitragskonten im Mahnverfahren oder in Vollstreckung wies 2025 erneut Bremen auf: Hier waren 10,1 Prozent der Haushalte säumig. An zweiter Stelle lag Hamburg mit 9,62 Prozent, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 9,53 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 9,40 Prozent. Am geringsten ist der Anteil der säumigen Zahler nach wie vor in Bayern (5,85 Prozent) und Baden-Württemberg (6,62 Prozent).

Beitragseinzug kostet 191 Millionen Euro

Der Beitragsservice, der als Gemeinschaftseinrichtung den Rundfunkbeitrag für die öffentlich-rechtlichen Sender einzieht, benötigte für diese Dienstleistung im vergangenen Jahr 191,4 Millionen Euro, das entspricht knapp 2,2 Prozent der Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag. Geschäftsführer Michael Krüßel erhielt eine Vergütung von 197.000 Euro plus 6.300 Euro Sachbezüge.

Der Rundfunkbeitrag ersetzt seit 2013 die Rundfunkgebühr, der Beitragsservice trat an die Stelle der früheren Gebühreneinzugszentrale (GEZ). Die Abgabe liegt derzeit bei 18,36 Euro pro Monat und Haushalt - egal, wie viele Menschen dort leben. Für Firmen wird der Beitrag nach der Zahl der Betriebsstätten, Mitarbeiter und Kraftfahrzeuge berechnet.

dir



Zuerst veröffentlicht 30.06.2026 10:54 Letzte Änderung: 30.06.2026 12:19

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Finanzen, NEU

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