Finanzbericht: ARD warnt vor Unterfinanzierung und kritisiert KEF - epd medien

03.07.2026 10:25

Trotz aller Einsparungen sieht sich die ARD ohne eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags unterfinanziert. In ihrem Finanzbericht für die Landesparlamente erklärt sie, dass die aktuell vorgeschlagene Anpassung die Untergrenze für die Erfüllung ihres Auftrags sei.

Satellitenschüsseln auf dem HR-Gelände in Frankfurt

Frankfurt a.M. (epd). Die ARD hat ihre Bedeutung für Gesellschaft und Demokratie betont und vor einer Unterfinanzierung der öffentlich-rechtlichen Angebote gewarnt. Die Umsetzung der jüngst von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) vorgeschlagenen Beitragsanpassung stelle die Untergrenze dessen dar, was die Anstalten zur Erfüllung ihres staatsvertraglichen Auftrags benötigten, heißt es in dem am 18. Juni veröffentlichten ARD-Finanzbericht für die Landesparlamente. Beim Rundfunkbeitrag befinde man sich bereits jetzt inflationsbereinigt auf dem Niveau von 1963, hieß es mit Verweis auf Aussagen der KEF.

Eine geplante Erhöhung des monatlichen Rundfunkbeitrags auf 18,94 hatten die Landesregierungen nicht umgesetzt. So liegt der Beitrag weiter bei 18,36 Euro. Für die Beitragsperiode 2025 bis 2028 habe die ARD einen höheren Finanzbedarf von durchschnittlich 102 Millionen Euro jährlich angemeldet. Zuletzt hatte die KEF eine Erhöhung auf 18,64 Euro vorgeschlagen. Die ARD verweist in ihrem Bericht darauf, dass man ebenso wie das ZDF seit Januar 2025 nicht dem Bedarf entsprechend finanziert sei. Vor allem das methodische Vorgehen der KEF zur Ermittlung der Personalsteigerungsrate sieht die ARD kritisch. Zudem gleiche die KEF Preissteigerungen für die ARD seit vielen Jahren nicht mehr aus.

Weniger Stellen und mehr Synergien

Die ARD verwies auf zahlreiche Einsparungsbemühungen. So werde man die Zahl der Stellen vom Jahr 2020 bis zum Jahr 2028 um fast 3.000 auf 18.647 verringern. Das Einsparvolumen bis 2028 beträgt den Angaben zufolge 277 Millionen Euro. Auch bei der Altersversorgung habe man Entlastungen geschaffen und die Kosten langfristig reduziert. Darüber hinaus seien viele Verwaltungsetats nicht erhöht und externe Beteiligungen aufgegeben oder neu geordnet worden.

Mit mehreren Strukturprojekten erziele man ebenfalls Einsparungen - vor allem, indem die Landesrundfunkanstalten historisch gewachsene Strukturen in Verwaltung, Technik, Produktion und Programmverbreitung vernetzten, standardisierten und synchronisierten. Insgesamt liegt das geschätzte Einsparvolumen hier bei 276,9 Millionen Euro für die Jahre 2025 bis 2028. Die größten Posten liegen dabei in der IT-Strategie, der SAP-Prozessharmonisierung sowie im Bereich Produktion. Von den 20 Strukturprojekten finden 17 in Kooperation mit ZDF, Deutschlandradio oder Deutscher Welle statt.

Erträge und Aufwendungen bei sieben Milliarden Euro

Im Jahr 2024 erzielten die ARD-Landesrundfunkanstalten Erträge in Höhe von 7,15 Milliarden Euro, wobei der Rundfunkbeitrag mit 83 Prozent den mit Abstand größten Posten ausmachte. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Erträge um gut 100 Millionen Euro, lagen aber rund 200 Millionen Euro über denen der Jahre 2021 und 2022. Die Aufwendungen lagen 2024 bei insgesamt 7,11 Milliarden Euro, wobei der Posten Programmaufwendungen mit 2,77 Milliarden Euro der größte war.

Alle zwei Jahre geben die ARD-Landesrundfunkanstalten - ebenso wie das ZDF und das Deutschlandradio - gegenüber den Landesparlamenten einen schriftlichen Bericht zur Information über ihre wirtschaftliche und finanzielle Lage ab. Dieses Verfahren wird durch den Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag geregelt.

koe



Zuerst veröffentlicht 03.07.2026 12:25

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Finanzen, ARD

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