USA: Supreme Court weist Antrag von Journalistin gegen Beugegeld ab - epd medien

06.07.2026 10:11

Die Reporterin Catherine Herridge will nicht die Quellen in US-Behörden nennen, die ihr Informationen zugespielt haben. Deshalb hat ein Gericht ein Beugegeld von 800 Dollar pro Tag verhängt. Ihren dagegen gerichteten Eilantrag verwarf nun der Supreme Court.

Catherine Herridge 2024 bei einem Hearing im US-Kapitol

Washington (epd). Der Supreme Court, der Oberste Gerichtshof der USA, hat am 2. Juli den Eilantrag der ehemaligen Fox-News-Journalistin Catherine Herridge gegen ein zivilrechtliches Urteil abgewiesen, wonach sie die Namen bestimmter vertraulicher Quellen nennen muss. Tut sie das nicht, ist laut Urteil ein Beugegeld von 800 Dollar (701 Euro) am Tag fällig. Eine Begründung veröffentlichte der Supreme Court nicht. Der komplexe Rechtsstreit läuft seit fast einem Jahrzehnt.

2017 hatte Herridge für Fox News über FBI-Ermittlungen gegen die aus China stammende US-Wissenschaftlerin Yanping Chen berichtet. Es ging um Chens angebliche Verbindungen zum chinesischen Militär und die Frage, ob sie bei ihrem Antrag auf Einbürgerung in den USA die volle Wahrheit gesagt hatet. 2018 verklagte Chen die Ermittlungsbehörde FBI. Aus der Behörde seien interne Informationen an Fox News gelangt, argumentierte sie.

Missachtung des Gerichts

In Chens Klage hieß es, die Anschuldigungen seien falsch. Die zuständige Staatsanwaltschaft habe Chen bereits 2016 informiert, dass keine Anklage erhoben werde. Jemand aus dem FBI oder anderen Behörden habe Material über Chen an Fox News weitergeleitet. Das habe ihre Persönlichkeitsrechte verletzt und ihr finanziellen Schaden zugefügt. Chens Anwälte luden Herridge als Zeugin vor und verlangten die Preisgabe von Namen. Herridge erschien zwar zur Vernehmung, verweigerte jedoch die Nennung ihrer Quellen.

Später wurde Herridge gerichtlich zur Offenlegung ihrer Quellen verpflichtet. Nachdem sie weiterhin die Aussage verweigerte, wurde wegen Missachtung des Gerichts eine Geldstrafe von 800 US-Dollar pro Tag verhängt, die sie nun beim Supreme Court angreift.

Fox: Schutz der Vertraulichkeit grundlegend

Fox News erklärte zu der Gerichtsentscheidung: "Der Schutz der Vertraulichkeit journalistischer Quellen und die Integrität des Prozesses der Nachrichtenbeschaffung sind grundlegend für eine freie und funktionierende Demokratie." Man werde "Möglichkeiten prüfen, um diese Ungerechtigkeit weiter zu bekämpfen". Der Präsident der Organisation "Reporters Committee for Freedom of the Press", Bruce Brown, protestierte in sozialen Medien, Journalisten sollten nie zu Zahlungen gezwungen werden, während sie um ihre Rechte kämpften.

Es kommt nur selten vor, dass US-Reporter gerichtlich gezwungen werden, Namen vertraulicher Quellen zu nennen. Der bekannteste Fall ist der der ehemaligen "New York Times"-Reporterin Judith Miller, die 2005 im Zuge einer Kontroverse über den Namen einer CIA-Agentin erst nach 85 Tagen Beugehaft ihre Quelle preisgab.

Catherine Herridge verließ Fox im Jahr 2019 und wechselte zu CBS News, wurde dort jedoch im Jahr 2024 entlassen. Heute ist sie als unabhängige Reporterin und Podcasterin tätig.

ege



Zuerst veröffentlicht 06.07.2026 12:11 Letzte Änderung: 06.07.2026 12:13

Schlagworte: Medien, NEU

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