Journalisten-Verband verurteilt Gewalt gegen Kollegen - epd medien

06.07.2026 15:52

Bei den Massenprotesten gegen den AfD-Parteitag in Erfurt soll es auch zu Übergriffen gegen Medienschaffende gekommen sein. Der Journalisten-Verband fordert Aufklärung. Das Bündnis "widersetzen" berichtet seinerseits von gezielten Provokationen.

Berlin (epd). Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat mehr Informationen über Angriffe auf Journalisten bei den Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag am Wochenende in Erfurt gefordert. "Gewalttätige Übergriffe auf Journalistinnen und Journalisten gleich welchen Mediums sind immer zu verurteilen", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster am Montag in Berlin auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Er fügte hinzu: "Wir fordern eine umfassende Aufklärung der Vorfälle, die beleuchten muss, wie sich beide Seiten verhalten haben."

Wie ein Sprecher der Thüringer Polizei am Montag auf Anfrage sagte, wird derzeit noch ermittelt, gegen wie viele Medienvertreter Übergriffe stattfanden. Die Polizei hatte am Samstag mitgeteilt, dass zwei Journalisten aus einer Menge heraus mit Bierflaschen beworfen wurden. Zudem wurde laut "Bild am Sonntag" ein Vertreter von "Apollo News" angegriffen und getreten.

Vorwürfe gegen Vertreter der "Jungen Freiheit"

Ein Sprecher des Blockade-Bündnisses "widersetzen" hatte es am Wochenende abgelehnt, Angriffe auf Journalisten von rechtskonservativen oder AfD-nahen Medien zu verurteilen. Am frühen Montagabend berichtete "widersetzen" dann seinerseits von einer "gezielten Eskalation durch rechte Provokateure".

So sei etwa ein Bündnissprecher so aggressiv angegangen worden, "dass ein Sicherheitsdienst dazwischen gehen musste". Ausgegangen sei dies von Vertretern der rechtskonservativen Zeitung "Junge Freiheit". Auch rechte Streamer und Vertreter von "Apollo News" hätten gezielt versucht, Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gegenproteste zu provozieren.

Bündnis berichtet von "Provokationen"

Noa Sander vom Bündnis "widersetzen" sagte, rechte Provokateure wie "Apollo News" und "Junge Freiheit" hätten "mit seriöser Berichterstattung nichts zu tun". Sie hielten sich nicht an journalistische Standards, bedrängten Aktionsteilnehmer und überschritten persönliche Grenzen. Auch Demonstrationsbeobachter des Komitees für Grundrechte und Demokratie hatten unter anderem von Provokationen bei Blockaden durch "rechte Streamer" gesprochen, die von Polizisten unter Verweis auf die Pressefreiheit toleriert wurden.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

lob



Zuerst veröffentlicht 06.07.2026 17:52

Schlagworte: Demonstrationen, Medien

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