Umweltverbände kritisieren Programmreform beim Deutschlandfunk - epd medien

10.07.2026 04:46

Im Zuge der geplanten Programmreform beim Deutschlandfunk sollen Fachsendungen wie "Umwelt und Verbraucher" wegfallen. Verbände wie Nabu, BUND und Umwelthilfe warnen vor einem Verlust publizistischer Tiefe.

Berlin (epd). Umwelt- und Naturschutzverbände zeigen sich besorgt über die angekündigte Programmreform beim Deutschlandfunk. Durch die geplanten Änderungen bestehe "das Risiko, dass Themenvielfalt, Fachlichkeit und publizistische Tiefe an Raum verlieren", schreiben mehrere Organisationen in einem am Freitag verbreiteten Offenen Brief an Intendant Stefan Raue und Programmdirektorin Jona Teichmann.

Die Verbände werben insbesondere für den Erhalt von Fachsendungen wie "Umwelt und Verbraucher". Diese Angebote zeigten "beispielhaft, welchen Wert Formate mit journalistischer Tiefe haben". Natur-, Klima- und Verbraucherthemen gehörten zu den Anliegen vieler Menschen in Deutschland. "Sie brauchen einen festen Platz im Programm - unabhängig von tagespolitischen Erregungswellen."

Unterschrieben haben den Offenen Brief zehn Verbände, darunter der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe und der Deutsche Naturschutzring. Auch der Deutsche Journalisten-Verband zählt zu den Unterstützern des Appells.

Neues Programm soll am 30. November starten

Der Deutschlandfunk plant eine umfangreiche Programmreform und eine deutliche Veränderung des Sendeschemas. Demnach sollen die bisher von Fachredaktionen erstellten Fachsendungen wie "Tag für Tag", "Büchermarkt" oder "Forschung aktuell" abgeschafft werden. Stattdessen soll es neben den Informationsmagazinen längere Magazinsendungen zu allgemeinen Themen wie Kultur oder Wissen geben.

Die Fachredaktionen, die bisher die Fachsendungen gestalteten, sollen mehr Beiträge für die täglichen Informationsmagazine liefern und Themen in längeren Hintergrund-Sendungen vertiefen. Das neue Programm soll am 30. November starten.

Die Verbände appellieren an den Deutschlandfunk, "die Reform so auszugestalten, dass die besondere Stärke des Deutschlandfunks erhalten bleibt: fachliche Expertise, Themenvielfalt, vertiefende Recherche und Raum für Themen jenseits des unmittelbaren Nachrichtenzyklus". Dazu gehöre auch, die Expertise der Umweltjournalisten einzubeziehen und ihre Arbeit langfristig abzusichern.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

fu



Zuerst veröffentlicht 10.07.2026 06:46

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Reformen, Umwelt

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