WDR-Rundfunkrat beschließt neues Programmschema für WDR 5 - epd medien

10.07.2026 11:29

Der WDR will auch die Hörfunkwelle WDR5 reformieren. Die Kindersendungen am frühen Abend fallen weg, von Mittwoch bis Donnerstag soll abends das Live-Diskussionsformat der ARD "Mitreden! Deutschland diskutiert!" gesendet werden.

Das Vierscheibenhaus des WDR in Köln

Kölnl (epd). Der WDR-Rundfunkrat hat das neue Programmschema der Hörfunkwelle WDR 5 einstimmig beschlossen. Wie der WDR mitteilte, entfällt in Zukunft das Kinderprogramm am Abend zugunsten von "Aktualität und mehr Dialog". Wie der WDR mitteilte, wird ab dem 1. September das Angebot am Abend von Montag bis Donnerstag und am Wochenende mit den Ausgaben der "Tagesschau" um 20 Uhr eröffnet. Im Anschluss werde ab 20.15 Uhr das Live-Diskussionsformat der ARD "Mitreden! Deutschland diskutiert" gesendet, bei dem Hörerinnen und Hörer sich zu aktuellen Themen einbringen können (montags und donnerstags).

Am Dienstag, Mittwoch sowie am Wochenende wird ab 20.15 Uhr der "ARD Infoabend" mit aktuellen Berichten und Interviews übernommen. Der "ARD Infoabend" wird im wöchentlichen Wechsel von BR, MDR, NDR und RBB produziert. Freitags sendet WDR 5 ab 20.15 Uhr die Literaturformate "Westart Lesen" und "Lies mir was vor". "Das Philosophische Radio" wird weiterhin am Montag um 19.05 Uhr gesendet. Für Dienstag und Mittwoch sind zu dieser Uhrzeit Mitschnitte von Kabarettveranstaltungen vorgesehen. Sie waren bisher eine Stunde später zu hören. Außerdem wird das "Stadtgespräch" am Donnerstag von 20 Uhr auf 19.05 Uhr vorverlegt.

Beim WDR arbeiten erstmals mehr Frauen als Männer

Damit entfällt auch die abendliche Wiederholung der nachmittäglichen Kultursendung "Westart" ab 21 Uhr. Rundfunkratsmitglied Gabriele Hammelrath, die dem Programmausschuss des Gremiums vorsitzt, sprach von einem "großen Gewinn" für den Hörfunk. Da das Mausradio in Zukunft ausschließlich online angeboten werde, eröffne sich die Möglichkeit, WDR 5 mit Dialogformaten und aktueller Berichterstattung "klarer zu akzentuieren".

Erstmals in der Geschichte des WDR sind mehr Frauen als Männer bei dem Sender beschäftigt. Der Anteil der Frauen betrug im vergangenen Jahr 50,4 Prozent. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 waren 2106 Frauen und 2071 Männer beim WDR angestellt. Allein in der Direktion Produktion und Technik seien noch deutlich mehr Männer als Frauen beschäftigt, erklärte Gisela Hinnemann, Vorsitzende des Haushalts- und Finanzausschusses des Rundfunkrats, am Donnerstag in Köln.

Hinnemann stellte bei der Sitzung des Gremiums am 9. Juli den von der Gleichstellungsbeauftragten Britta Frielingsdorf verfassten Gleichstellungsbericht 2025 vor. Demnach verdienen Männer beim WDR im Schnitt 8,9 Prozent mehr als Frauen ("Gender Pay Gap"). Hinnemann erklärte, dies liege "an unterschiedlichen Berufs- und Karriereverläufen".

Rundfunkrat weist mehrere Programmbeschwerden zurück

Frielingsdorf sagte in einem am 9. Juli auf der Website des WDR veröffentlichten Interview, während in der Geschäftsleitung fünf Frauen und zwei Männer arbeiten, sei der Frauenanteil auf der Führungsebene direkt unterhalb der Geschäftsleitung "viel zu gering". Der WDR sei in vielen Bereichen weitergekommen, sagte sie: "Und gleichzeitig halten sich manche Unterschiede wirklich hartnäckig. Kaum Bewegung beim Anteil der Ingenieurinnen, beim Anteil der Assistenten, bei der unterschiedlichen Länge der Elternzeit, beim Teilzeitanteil. Nach wie vor sind Chancen nicht überall gleich verteilt."

Der WDR-Rundfunkrat wies außerdem mehrere Programmbeschwerden zurück. Dazu gehörten Beschwerden gegen einen Beitrag in der "Aktuellen Stunde" nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter, gegen die Gästeauswahl einer "Hart aber fair"-Sendung zum Thema Zuckersteuer und Abnehmspritzen und gegen einen Online-Beitrag bei wdr.de zum Atomausstieg. Kontroverse Diskussionen löste eine Programmbeschwerde gegen einen Instagram-Beitrag von "Monitor" zum militärischen Vorgehen Israels im Libanon aus. Einige Rundfunkratsmitglieder kritisierten den Beitrag als einseitig und verkürzt. Bei neun Gegenstimmen und vier Enthaltungen wurde die Beschwerde dennoch zurückgewiesen.

tgr



Zuerst veröffentlicht 10.07.2026 13:29

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Hörfunk, WDR, WDR5, Rundfunkrat, Gremien, Programmbescherden, tgr

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