11.07.2026 08:31
Köln (epd). Gegen den geplanten Umbau des interkulturellen Radioprogramms Cosmo haben am Freitagabend viele Menschen in Köln demonstriert. Bei einer Kundgebung auf dem Roncalliplatz hätten sich 3.000 Menschen versammelt, erklärten die Veranstalter am Samstag in Köln. Die Polizei schätzte die Zahl auf etwa 600 Teilnehmende. Es habe keine Zwischenfälle gegeben, sagte ein Sprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Samstag. Die Rednerinnen und Redner forderten den Erhalt des Radioprogramms in seiner jetzigen Form. Der WDR will Cosmo zu einem jungen Programm mit Ausrichtung auf Hip-Hop umbauen und den Umfang der Angebote in anderen Sprachen zurückfahren.
Vertreterinnen und Vertreter von CDU, Grünen, SPD und Linken aus Köln sprachen sich für den Erhalt des Programms aus. Es bilde die Vielfalt der Gesellschaft ab, betonte die Vizepräsidentin des NRW-Landtages, Berivan Aymaz (Grüne). "Cosmo ist mehr als ein Programm, das sich an den Einschaltquoten bemessen lässt", sagte sie. Gerade in Zeiten, in denen die Vielfalt der Gesellschaft von Rechtsaußen angegriffen werde, "brauchen wir mehr Cosmo".
Der Generalsekretär der Alevitischen Gemeinde Deutschland, Ufuk Çakir, hob die Bedeutung mehrsprachiger Angebote hervor: "Teilhabe darf nicht nur auf dem Papier stehen. Teilhabe muss hörbar sein." Muttersprachliche Angebote dürften nicht aus dem linearen Programm verschwinden. Er betonte, dass Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mitfinanzieren. "Wer Rundfunkbeiträge zahlt, darf im Programm nicht unsichtbar werden", mahnte er.
Der WDR plant, Cosmo zum 1. April 2027 auslaufen zu lassen. Stattdessen soll ein Hip-Hop-Programm für Menschen unter 30 entstehen. Dafür war zunächst der Name 1Live Street vorgesehen, was nach Beschwerden wieder zurückgenommen wurde. Am Freitag sicherte WDR-Intendantin Katrin Vernau im Rundfunkrat zu, das Publikum in die Planungen einzubeziehen.
Eine Petition gegen die Pläne des WDR haben mehr als 110.000 Menschen unterzeichnet. Der Leipziger Medienrechtler Hubertus Gersdorf bewertete die geplante Umwidmung von Cosmo in eine Hip-Hop-Welle als nicht mit dem WDR-Gesetz vereinbar.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lwd
Zuerst veröffentlicht 11.07.2026 10:31
Schlagworte: Medien, Rundfunk, Demonstrationen
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