13.07.2026 08:10
Berlin (epd). Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) spart in diesem Jahr stark bei den Ausgaben für das Kulturprogramm. Das geht aus einer Auflistung des RBB hervor, die vom Berliner Abgeordnetenhaus veröffentlicht wurde. Sie ist Teil einer Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Anne Helm zur finanziellen Lage der Rundfunkanstalt.
Demnach gibt es in der sogenannten Contentbox Kultur, zu der unter anderem die Kulturwelle Radio3 gehört, Einsparungen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. Das ist ein Drittel dessen, was der RBB in diesem Jahr im Programm einspart: die Kürzung bei allen Programmbereichen beläuft sich auf insgesamt 3,6 Millionen Euro. Dazu gehören die vier Contentboxen Information, Kultur, Gesellschaft und Sport sowie fünf unterstützende Abteilungen. Die zweithöchste Einsparung in diesem Jahr betrifft mit rund 930.000 Euro die Contentbox Gesellschaft.
Gegenüber 2025 erhöhen sich die programmlichen Einsparungen massiv. Im Vorjahr wurden die Ausgaben für das Programm nach den vom RBB zugelieferten Zahlen in allen neun Bereichen zusammen nur um knapp 360.000 Euro gekürzt. In der Contentbox Kultur gab es keine Einsparung, bei der Contentbox Gesellschaft wurden 50.000 Euro eingespart. In diesen beiden Contentboxen fielen bereits 2024 mit zusammen 7,3 Millionen Euro die höchsten Einsparungen in der Programmdirektion an. Diese Zahlen gehen aus einem Bericht zu den RBB-Finanzen hervor, die der Rechnungshof Berlin im Februar veröffentlichte.
Der RBB machte auf Nachfrage des epd keine Angaben dazu, wie hoch die Kürzung bei der Contentbox Kultur im Jahr 2024 ausfiel. Der Sender sieht den Kulturbereich nicht überproportional von Kürzungen betroffen. Eine RBB-Sprecherin sagte dem epd, das Sparprogramm sei von Beginn an auf alle Programmdirektionsbereiche verteilt worden, dabei sei darauf geachtet worden, dass "kein einzelner Bereich strukturell benachteiligt wird". Die für dieses Jahr geplanten Einsparungen in der Contentbox Kultur seien "Bestandteil des mehrjährigen Konsolidierungsprozesses, der alle Bereiche des RBB betrifft".
Es gebe Änderungen im Programmportfolio, die "unter anderem Umfang und Frequenz einzelner Angebote" beträfen, so der RBB. Konkreter äußerte sich der Sender hierzu nicht. In der Contentbox Kultur ist neben Radio3 auch das Programm Radioeins angesiedelt. Außerdem liegen in der Contentbox die Zuständigkeiten für das TV-Magazin "RBBKultur", die Ausgaben des ARD-Kulturmagazins "ttt", die der RBB zuliefert, und Podcasts. Auch die Abteilungen "Wissenschaft", "Film" und "Dokumentation und Zeitgeschehen" gehören dazu.
Der RBB hat nach eigenen Angaben aufgrund des eingeschlagenen Sparkurses seine Finanzlage stabilisiert. In den Jahren 2023 und 2024 wurden laut den Jahresabschlüssen Überschüsse erzielt. Auch 2025 ist das dem RBB nach vorläufigen Zahlen gelungen. Dies geht ebenfalls aus den Angaben des Senders in der Antwort des Berliner Senats an die Linken-Politikerin Helm hervor. Demnach erzielte der RBB im vergangenen Jahr einen Überschuss von 19,3 Millionen Euro. Das Eigenkapital des RBB liegt dadurch Ende 2025 wieder im positiven Bereich (plus 5,2 Millionen Euro). In den Jahren 2021 bis 2024 wies die Rundfunkanstalt stets ein negatives Eigenkapital aus.
Der RBB wollte gegenüber dem epd keine Angaben zum Jahresabschluss 2025 machen. Die Beratungen dazu in den Aufsichtsgremien liefen noch, sagte die Sendersprecherin.
vnn
Zuerst veröffentlicht 13.07.2026 10:10
Schlagworte: Medien, Rundfunk, Finanzen, RBB, vnn
zur Startseite von epd medien