14.07.2026 08:31
Mainz (epd). Die Zusammensetzung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) ab Januar 2027 steht fest. Die Regierungschefs der Bundesländer haben auf ihrer Konferenz am 25. Juni in Berlin die 16 Mitglieder für die neue fünfjährige Amtsperiode berufen, wie aus einem Beschluss hervorgeht, der im Internet veröffentlicht wurde. Jedes Bundesland benennt ein Mitglied für die Expertenkommission. Drei Viertel der Länder halten an ihren bisherigen Mitgliedern fest.
Die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland haben sich für personelle Wechsel entschieden. Mecklenburg-Vorpommern entsendet ab 2027 mit Martina Johannsen die seit 2016 amtierende Präsidentin des Landesrechnungshofs in die KEF. Sie löst dann Tilmann Schweisfurth ab. Er war bis 2016 Chef des Rechnungshofs und wurde 2012 Mitglied der KEF.
Für Niedersachsen gehört künftig Dörte Mody der Finanzkommission an. Sie ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen, an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie folgt auf die Wirtschaftsprofessorin Katharina Hombach, die nach einer Amtsperiode aus der KEF ausscheidet.
Hintergrund ist, dass Hombach inzwischen an der Goethe-Universität Frankfurt lehrt und nicht mehr an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Für Niedersachsen sei wichtig, dass die entsandte Person neben fachlicher und persönlicher Eignung auch einen Bezug zum Bundesland habe, erklärte die niedersächsische Staatskanzlei auf epd-Nachfrage. Nach dem Wechsel von Hombach nach Frankfurt liege dieser nicht mehr vor.
Rheinland-Pfalz entsendet ab dem kommenden Jahr Marcel Hürter in die KEF. Er ist seit 2024 Präsident des Rechnungshofs in dem Bundesland. In der KEF folgt er dann auf Klaus P. Behnke, der nach drei Amtsperioden Ende 2026 ausscheiden wird. Behnke leitete von 2007 bis 2017 den rheinland-pfälzischen Landesrechnungshof.
Für das SPD-regierte Saarland gehört künftig Nikolaus Marsch der KEF an. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Deutsches und Europäisches Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung an der Universität des Saarlandes. Marsch rückt für Ulli Meyer (CDU) nach, der seit 2019 Oberbürgermeister von St. Ingbert ist. Meyer wurde 2020 von der damaligen CDU-geführten saarländischen Regierung nominiert. Die Ministerpräsidentenkonferenz stimmte dem Vorschlag seinerzeit zu. Dass ein aktiver Politiker in die Sachverständigenkommission berufen wurde, stieß in der Folge auf Kritik.
Wiederberufen wurden der derzeitige KEF-Vorsitzende Martin Detzel (Baden-Württemberg) und sein Stellvertreter Markus Seyfried (Brandenburg). Detzel, Professor für Betriebswirtschaftslehre, ist seit 2022 Vorsitzender der Kommission. Bis zum Eintritt in den Ruhestand 2024 war er Studiengangsleiter an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe. Seyfried übernahm den stellvertretenden Vorsitz 2024. Er ist Professor für Politikwissenschaft und Governance an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen.
In die KEF erneut berufen wurden außerdem Werner Ballhaus (Hessen), Kay Barthel (Sachsen-Anhalt), Jürgen Brautmeier (Nordrhein-Westfalen), Karin Klingen (Berlin), Uwe Kühhirt (Thüringen), Christian Möller (Schleswig-Holstein), Astrid Nissen-Schmidt (Hamburg), Heidrun Piwernetz (Bayern), Stephanie Schiedermair (Sachsen) und Carsten Sieling (Bremen).
In der neuen Amtsperiode werden der KEF insgesamt sechs Frauen angehören - eine mehr als aktuell. Dass dann über ein Drittel (37,5 Prozent) der Mitglieder Frauen sind, markiert den bisherigen Höchststand seit Bestehen der Kommission. In den Amtsperioden von 2012 bis 2016 und von 2017 bis 2021 gab es mit Marion Claßen-Beblo nur eine einzige Frau in der KEF. Sie war von 2009 bis 2018 Präsidentin des Rechnungshofs von Berlin.
vnn
Zuerst veröffentlicht 14.07.2026 10:31
Schlagworte: Medien
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