15.07.2026 10:44
Mainz (epd). Die Nutzung von Social-Media-Plattformen ist für Jugendliche in Deutschland einer aktuellen Untersuchung zufolge zur wichtigsten Freizeitbeschäftigung geworden. Bei anderen Aktivitäten wie Treffen mit Freunden oder Mannschaftssport fühlen sie sich jedoch deutlich wohler, wie aus der am Mittwoch in Mainz vorgestellten "JIMplus-Studie 2026" des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest hervorgeht. Knapp die Hälfte der Befragten gab sogar an, sie würde diejenigen "Generationen beneiden, die ohne Social Media aufgewachsen sind".
Dies mache deutlich, so die Verfasser der Studie, dass Mädchen und Jungen die problematischen Seiten der Social-Media-Nutzung sehr wohl bewusst seien. Für die Studie, ein Gemeinschaftsprojekt der Landesmedienanstalten Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie des Südwestrundfunks (SWR) waren 800 Jugendliche befragt worden. Mit einer kleinen Auswahl davon führten die Autoren der Studie zudem intensive Einzelgespräche.
Phänomene wie Mobbing, unerwünschte Anbahnungsversuche durch fremde Erwachsene oder Fake News gehörten mittlerweile zum digitalen Alltag von Jugendlichen, sagte Yvonne Gerigk, Verfasserin der Studie: "Ein Großteil scrollt einfach weiter, ein Viertel meldet das der Plattform." Viele problematische Inhalte würden von Jugendlichen insbesondere mit der Plattform TikTok in Verbindung gebracht.
Ein Social Media-Verbot für Jugendliche, wie es in mehreren Staaten aktuell debattiert wird, lehnt eine Mehrheit der Jungen und Mädchen ab, unter anderem mit dem Verweis darauf, dass es leicht zu umgehen wäre. Immerhin 43 Prozent der befragten 14- bis 17-Jährigen sprachen sich jedoch dafür aus. Die Nutzung von Youtube halten die Jugendlichen im Durchschnitt ab einem Alter von 12,5 Jahren für sinnvoll, bei Instagram und TikTok empfehlen sie einen Verzicht bis 14,5 Jahren.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lmw
Zuerst veröffentlicht 15.07.2026 12:44 Letzte Änderung: 15.07.2026 13:13
Schlagworte: Medien, Jugend, Forschung, NEU
zur Startseite von epd medien