Kroymann: Frauen im Fernsehen hatten hübsch auszusehen und zu lächeln - epd medien

17.07.2026 03:44

Sexismus sei eine Zeit lang der Preis für Frauen gewesen, um ins Fernsehen zu kommen, sagt Maren Kroymann.

Hamburg (epd). Aus Sicht der Schauspielerin und Satirikerin Maren Kroymann haben viele Frauen in den 1990er und den 00er Jahren Sexismus im Fernsehen bewusst in Kauf genommen. "Das war der Preis, um ins Fernsehen zu kommen", sagte sie dem "Spiegel" in einem am Donnerstagabend online veröffentlichten Interview.

"Sexismus war Alltag. Frauen im Fernsehen hatten hübsch auszusehen und zu lächeln. Sie mussten sich betatschen und auf ihr Aussehen reduzieren lassen, egal wie unwohl sie sich gefühlt haben", sagte die 76-jährige. Die Reduzierung auf das Körperliche bei Frauen sei über Jahrzehnte die gesellschaftlich akzeptierte und gewünschte Form von lockerer Unterhaltung gewesen. "Sogar bei intellektuelleren Satirikern wie Harald Schmidt", fügte Kroymann hinzu.

"Gesamte Branche tickte so"

"Die gesamte Branche tickte so", sagte sie und ergänzte: "Auch das Publikum war daran gewöhnt, dass Frauen herabgesetzt und bloßgestellt wurden. Etwa wenn Steffi Graf das Knie von Thomas Gottschalk massierte - obwohl man ihr ansieht, wie sie sich überwindet." Noch im Jahr 2009 habe die Schauspielerin Andrea Sawatzki bei "Wetten, dass..?" nach einer verlorenen Wette in einem Rhönrad geturnt, sodass ihr der Rock bis auf die Unterwäsche rutschte.

In den Kinos ist der Dokumentarfilm "Was haben wir gelacht" gestartet. Er setzt sich mit der Rolle der Frau im deutschen Unterhaltungsfernsehen der 90er und 00er Jahre auseinander.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

kfr



Zuerst veröffentlicht 17.07.2026 05:44

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Frauen

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