NDR schließt Geschäftsjahr 2025 besser ab als erwartet - epd medien

20.07.2026 07:40

Gegenüber dem Wirtschaftsplan konnte der NDR das Geschäftsjahr 2025 besser abschließen als erwartet: Handelsrechtlich gab es ein positives Ergebnis von 74,7 Millionen Euro, kalkuliert hatte der Sender mit einem Ergebnis von 14,8 Millionen Euro.

Der NDR in Hamburg

Hamburg (epd). Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat das Geschäftsjahr 2025 finanziell deutlich besser abgeschlossen als ursprünglich geplant. Es sei handelsrechtlich ein positives Ergebnis von 74,7 Millionen Euro erzielt worden, erklärte der NDR auf Nachfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) in Hamburg. Gegenüber dem Wirtschaftsplan entspreche das einer Verbesserung von 59,9 Millionen Euro. Kalkuliert worden sei mit einem Ergebnis von 14,8 Millionen Euro.

Ende Juni genehmigte der NDR-Rundfunkrat den Jahresabschluss, was er bekannt gab. Das Gremium machte aber keine näheren Angaben zum Ergebnis und weiteren wirtschaftlichen Eckdaten. Die Verbesserung gegenüber der Planung führt der NDR auf zwei Faktoren zurück: Die Gesamterträge seien um 24,5 Millionen Euro höher ausgefallen. Außerdem sei weniger ausgegeben worden. Die "Minderaufwendungen" bezifferte der NDR auf 35,4 Millionen Euro.

Größte Einnahmequelle sind Erträge aus Rundfunkbeitrag

"Mehrerträge und Minderaufwendungen resultieren aus einer Vielzahl von einzelnen Effekten", erklärte die Rundfunkanstalt. Sie bildeten ab, "dass die Wirtschaftsplanung in der Umsetzung eines dynamischen Umfelds immer Veränderungen unterliegt". Laut dem NDR haben sich seine Gesamterträge im vorigen Jahr auf 1,27 Milliarden Euro belaufen, geplant wurde mit 1,24 Milliarden Euro.

Größte Einnahmequelle blieben die Erträge aus dem Rundfunkbeitrag. Sie betrugen demnach 1,05 Milliarden Euro - zwei Millionen Euro mehr als kalkuliert. Für 2025 setzte der NDR im Wirtschaftsplan wie auch im Jahresabschluss eine Rundfunkbeitragshöhe von 18,36 Euro an. Die NDR-Finanzordnung schreibt vor, dass Beitragserhöhungen erst berücksichtigt werden dürfen, wenn Höhe und Zeitpunkt feststehen. Dem Vorschlag der Finanzkommission KEF, den Rundfunkbeitrag ab Januar 2025 auf 18,94 Euro anzuheben, folgten die Bundesländer nicht. Über die deswegen von ARD und ZDF Ende 2024 eingereichten Klagen wird ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts erwartet.

Weniger Befreiungen vom Rundfunkbeitrag

Mit Blick auf den Jahresabschluss 2025 verwies der NDR auf eine "positive Entwicklung bei den Beitragserträgen". Sie sei "im Wesentlichen auf zwei Gründe zurückzuführen. Es habe mehr Wohnungen gegeben, für die der volle Rundfunkbeitrag habe gezahlt werden müssen. Außerdem habe es weniger Befreiungen vom Rundfunkbeitrag gegeben.

Auf die Frage zur Höhe seiner Werbe- und Sponsoringerträge in 2025 erklärte der NDR, dass seine Werbetochter NDR Media aus Werbung und Sponsoring 44,6 Millionen Euro eingenommen habe. Es handele sich dabei um einen Brutto-Betrag vor dem Abzug von Provisionen. Geplant worden sei mit 41,5 Millionen Euro. Werbung und Sponsoring würden buchhalterisch nicht getrennt erfasst.

Eigenkapital erhöht

Im vergangenen Jahr beliefen sich die Gesamtaufwendungen des NDR nach eigenen Angaben auf 1,19 Milliarden Euro. Geplant wurde mit Ausgaben von insgesamt 1,23 Milliarden Euro. Größter Kostenblock waren mit 551,7 Millionen Euro erneut die "Aufwendungen für bezogene Leistungen / Materialaufwand". Darin sind alle Ausgaben zusammengefasst, die der NDR an externe Partner zahlt, um seine Programme und Angebote zu produzieren und verbreiten zu können. Für beispielsweise Urheber-, Leistungs- und Herstellervergütungen zahlte der NDR demnach im vorigen Jahr 300,2 Millionen Euro. Für Programmgemeinschaftsaufgaben und Koproduktionen waren es 179,3 Millionen Euro.

Die Personalkosten des NDR beliefen sich auf insgesamt 392,4 Millionen Euro. In diesem Betrag enthalten sind Löhne und Gehälter, soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung sowie Aufwendungen für Altersversorgung. Aufgrund des positiven Jahresergebnisses erhöhte sich das Eigenkapital des NDR mit Stand von Ende 2025 um 74,7 Millionen Euro auf 287,1 Millionen Euro.

vnn



Zuerst veröffentlicht 20.07.2026 09:40

Schlagworte: Medien, Rundfunk

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