Google muss EU-Strafe von 890 Millionen Euro zahlen - epd medien

23.07.2026 10:38

Google hat nach Ansicht der EU-Kommission eigene Angebote in der Suchmaschine bevorzugt und App-Entwickler unzulässig eingeschränkt. Die Behörde hat deswegen gegen den US-Technologiekonzern Geldbußen von insgesamt 890 Millionen Euro verhängt.

Straßenschild am Google-Hauptsitz im Silicon Valley

Brüssel (epd). Die EU-Kommission hat gegen den US-Technologiekonzern Google wegen Verstößen gegen das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) Geldbußen von insgesamt 890 Millionen Euro verhängt. Wie ein Sprecher am Donnerstag in Brüssel mitteilte, entfallen 460 Millionen Euro auf die Bevorzugung eigener Dienste in der Google-Suche und 430 Millionen Euro auf unzulässige Beschränkungen für App-Entwickler im Google Play Store. Es ist das erste Mal, dass die Kommission eine Strafe gegen Google nach dem DMA verhängt. Gegen die nun erlassenen Entscheidungen kann Google Rechtsmittel einlegen.

Shopping, Hotels, Flüge: Nach Auffassung der Kommission hat Google seine eigenen Dienste in den Suchergebnissen bevorzugt. Das Unternehmen habe sie prominenter platziert, etwa ganz oben auf der Ergebnisseite oder mithilfe hervorgehobener Darstellungen. Der DMA verbietet sogenannten Gatekeepern, eigene Dienste gegenüber konkurrierenden Angeboten zu bevorzugen.

Missbrauch von Marktmacht

Zudem habe Google App-Entwickler daran gehindert, Nutzerinnen und Nutzer auf alternative, häufig günstigere Kaufmöglichkeiten außerhalb des Google Play Stores hinzuweisen. Zwar dürfe Google für die Vermittlung neuer Kundinnen und Kunden eine Gebühr verlangen, erklärte die Kommission. Die Höhe der verlangten Gebühren und deren Dauer gingen jedoch über das hinaus, was nach dem DMA zulässig sei.

Die Kommission ordnete an, dass Google die Verstöße innerhalb von 60 Tagen beendet. Andernfalls drohen zusätzlich Zwangsgelder von bis zu fünf Prozent des weltweiten Tagesumsatzes des Unternehmens.

Google hat bereits Änderungen vorgenommen

Google hatte nach Angaben der Kommission bereits Änderungen an der Darstellung eigener Dienste in der Suche sowie an den Regeln für den Google Play Store vorgeschlagen und teilweise getestet. Die Kommission will diese Maßnahmen weiter prüfen und den Dialog mit dem Unternehmen fortsetzen.

Google war im September 2023 als sogenannter Gatekeeper nach dem DMA eingestuft worden. Die Kommission leitete im März 2024 Untersuchungen ein und informierte das Unternehmen im März 2025 über ihre vorläufige Einschätzung, dass Verstöße gegen den DMA festgestellt worden seien.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

mab



Zuerst veröffentlicht 23.07.2026 12:38 Letzte Änderung: 23.07.2026 13:01

Schlagworte: Medien, Internet, EU, Unternehmen, NEU

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