23.07.2026 11:13
Frankfurt a.M., Oaxaca (epd). In Mexiko ist der Journalist Alejandro Leyva ermordet worden. Dies teilten die Regierung und Staatsanwaltschaft des südlichen Bundesstaates Oaxaca am Mittwoch (Ortszeit) mit. Der frühere Direktor des Radio- und Fernsehunternehmens Cortv sei am Vormittag an einem Imbissstand in der Gemeinde San Pablo westlich der Stadt Oaxaca angegriffen und mit drei Schüssen getötet worden, berichtete die Zeitung "Milenio" unter Berufung auf den Staatsanwalt von Oaxaca, Bernardo Rodríguez Alamilla.
Nach Angaben von "Reporter ohne Grenzen" ist Leyva mindestens der siebte aufgrund seiner Tätigkeit getötete mexikanische Journalist in diesem Jahr. Im Juli allein seien bislang vier Medienschaffende ermordet worden.
Die Organisation forderte eine Erklärung der Behörden über das staatliche Versagen, den politischen Kommentatoren nicht ausreichend geschützt zu haben. Dessen Gefährdung sei bekannt gewesen. Der 60-Jährige veröffentlichte demnach politische Kolumnen in mehreren Medien und analysierte auf seiner Facebook-Seite das politische Geschehen im Bundesstaat, wobei er sich nicht mit Kritik zurückgehalten habe. Er sei mehrfach mit dem Tod bedroht worden.
Mexiko gehört für Journalistinnen und Journalisten zu den gefährlichsten Ländern der Welt. Auf dem Ranking der Pressefreiheit liegt das Land auf Platz 122 von 180, bei der Sicherheit für Medienschaffende auf Platz 160.
Die Bedrohungslage für Medienschaffende stelle eine massive Gefährdung der Pressefreiheit und des Rechts der Bevölkerung auf Information dar, erklärte das Nationale Journalistenforum. Es forderte eine gründliche und unabhängige Untersuchung des Mordes. Bei einer solchen Tat gehe es nicht nur darum, eine kritische Stimme zum Schweigen zu bringen, sondern auch, die gesamte Branche einzuschüchtern.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
nam
Zuerst veröffentlicht 23.07.2026 13:13 Letzte Änderung: 23.07.2026 13:32
Schlagworte: Mexiko, Medien, Kriminalität, NEU
zur Startseite von epd medien