29.07.2026 11:00
Frankfurt a.M. (epd). Knapp drei Viertel der Deutschen nutzen von Montag bis Freitag täglich mindestens ein Radioangebot. Wie ausbder neuen Media Analyse Audio (MA 2026 Audio II) hervorgeht, die am 15. Juli von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AGMA) veröffentlicht wurde, hören 51,78 Millionen Deutsche ab 14 Jahren täglich Radio, das entspricht 73,9 Prozent.
Erfasst wurden neben klassischen Radiosendern auch Webradios beziehungsweise User Generated Radio, also von Nutzern selbst erstellte und moderierte Angebote - unabhängig vom Empfangsweg. Der Wert für die werktägliche Nutzung aller insgesamt 560 erfassten Audio-Angebote lag bei 74,1 Prozent. Audio bleibe "für viele über einen langen Zeitraum hinweg ein fester Begleiter", teilte die AGMA mit. Die 14- bis 29-Jährigen hören laut Media-Analyse täglich mehr als drei Stunden Audio-Angebote (Verweildauer: 195 Minuten), bei den 30- bis 59-Jährigen sind es sogar mehr als vier Stunden (Verweildauer: 261 Minuten).
Die AGMA wies darauf hin, dass Vergleiche mit vorangegangenen Erhebungen vorsichtig gehandhabt werden sollten. Da die neuen Daten auf neuen Außenvorgaben für den Mikrozensus basierten - die Bevölkerungszahl in Deutschland ist gesunken -, veränderten sich Gewichtungs- und Hochrechnungsbasis. Ein Anstieg oder Rückgang in absoluten Zahlen sei somit nicht automatisch als anteilige Nutzungsänderung zu interpretieren.
Die Sender der ARD erreichen werktags mit ihren Hörfunkprogrammen 34,37 Millionen Menschen und damit 49,1 Prozent der Bevölkerung Deutschlands ab 14 Jahren. Besonders erfreulich war aus Sicht der ARD das Gesamtergebnis der Landeswellen. Sie kommen auf 14,87 Millionen Hörerinnen und Hörer täglich, deutlich mehr als in der vorangegangenen MA. Jan Weyrauch, Vorsitzender der ARD-Audioprogrammkonferenz, sagte: "Unsere Hörfunkangebote sind der regionale Anker, der nah an den Menschen und ihren medialen Bedürfnissen dran ist." Daran ändere auch die zunehmende Digitalisierung nichts. Man sehe beispielsweise auch bei den Live-Streams in der App ARD Sounds eine ständig wachsende digitale Nutzung.
Radio NRW, der Anbieter des Mantelprogramms für die Lokalradios in Nordrhein-Westfalen, behauptet mit 4,15 Millionen täglichen Hörern seine Spitzenposition als reichweitenstärkster Sender bundesweit. Antenne Bayern erreichte bundesweit 4,01 Millionen Hörer täglich, SWR3 3,15 Millionen, Bayern1 3,05 Millionen und Bayern3 2,32 Millionen. WDR2 erreichte in Nordrhein-Westfalen 3,2 Millionen Hörer täglich (von Montag bis Freitag), 1Live 3,01 Millionen Hörer.
Als einziges Informationsprogramm schaffte es der Deutschlandfunk mit werktäglich 2,25 Millionen Hörerinnen und Hörern in die Top Ten der meistgehörten Radioprogramme in Deutschland. Deutschlandfunk Kultur erreicht 541.000 Hörerinnen und Hörer täglich. Für Deutschlandfunk Nova weist die Untersuchung eine Tagesreichweite von 194.000 Hörerinnen und Hörern aus.
Bei den Kultursendern der ARD war Bayern2 mit 514.000 Hörern täglich (Montag bis Freitag) in Bayern der meistgehörte Sender. WDR3 kam in seinem Sendegebiet auf 370.000 Hörer täglich, SWR Kultur auf 219.000, NDR Kultur auf 218.000, MDR Kultur auf 198.000. HR2 schalteten täglich 97.000 Hörer ein, Bremen Zwei 69.000, Radio3 vom RBB 49.000 und SR Kultur 40.000.
Die digitalen Verbreitungswege DABplus und Online-Audio verfügen mittlerweile über eine treue Hörerschaft. Die unter 30-Jährigen nutzen laut Media-Analyse über DABplus täglich mehr als zwei Stunden Audioangebote (Verweildauer: 134 Minuten) und über Online-Audio knapp zwei Stunden (Verweildauer: 110 Minuten). Bei den 30- bis 59-Jährigen liegt die tägliche Verweildauer bei der Nutzung über DABplus sogar bei 167 Minuten. Der Empfang über Online-Audio erreicht in dieser Altersgruppe mit 116 Minuten Verweildauer ein ähnlich hohes Niveau.
Auch die Podcast-Nutzung bleibt stabil. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse haben 31,7 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung in den vergangenen vier Wochen mindestens einmal einen Podcast gehört. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sind es sogar 44,5 Prozent.
DABplus hat sich als relevanter Verbreitungsweg im Audiomarkt etabliert. Täglich nutzten nach Angaben der AGMA 14,6 Prozent der Deutschen den digitalen Radioempfang. In den letzten vier Wochen waren es 35,6 Prozent. In diesem sogenannten Weitesten Hörerkreis ist die Reichweite bei den 30- bis 59-Jährigen besonders hoch: in dieser Zielgruppe erreicht DABplus 43,1 Prozent innerhalb der letzten vier Wochen. Online-Audio nutzen im Weitesten Hörerkreis 25,1 Prozent der Bevölkerung. Die meisten Hörer sind in der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen zu finden (WHK: 29,3 Prozent). Täglich nutzen 6,01 Menschen Online-Audio, das entspricht 8,7 Prozent der Bevölkerung.
infobox: Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AGMA) liefert dem Werbemarkt mit der MA Audio (früher: MA Radio) seit 1972 aktuelle Zahlen und Daten über die deutsche Radio- und Audio-Hörerschaft. In der AGMA haben sich rund 200 Unternehmen der Werbe- und Medienwirtschaft mit dem Ziel der Erforschung der Massenkommunikation zusammengeschlossen.
koe/dir
Zuerst veröffentlicht 29.07.2026 13:00
Schlagworte: Medien, Medienforschung, Hörfunk, Radio, Audio, Media-Analyse, koe, NEU
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