Studie: Knapp ein Viertel nutzt KI für politische Information - epd medien

29.07.2026 13:46

Die Landesanstalt für Medien NRW wollte wissen, wie KI-Chatbots die politische Informationssuche verändern und fand heraus: Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend zum Informationslieferanten für den politischen Bereich.

Künstliche Intelligenz wird im Internet häufig wie eine Suchmaschine genutzt

Düsseldorf (epd). Nutzer und Nutzerinnen von Künstlicher Intelligenz fragen laut einer aktuellen Studie zunehmend nach politischen Zusammenhängen. Das fand die Landesanstalt für Medien NRW in einer Umfrage unter 2.000 Nutzern heraus, deren Ergebnisse sie am Mittwoch in Düsseldorf vorstellte. Demnach setzten 24 Prozent der Befragten die KI-Chatbots gezielt ein, um sich über politische Themen zu informieren. "Damit entwickeln sich die Systeme zunehmend zu neuen Informationslieferanten für den politischen Bereich", erklärte die Landesmedienanstalt.

Laut der Studie mit dem Titel "Zwischen Suchmaschine und Gesprächspartner: Wie KI-Chatbots die politische Informationssuche verändern" verwendeten die Nutzer die KI-Chatbots ähnlich wie klassische Suchmaschinen und überwiegend für praktische Anliegen. 56 Prozent suchten über KI Hilfe zu Haushalt und Alltag, 48 Prozent fragten nach Gesundheitsthemen und 36 Prozent nutzen KI für eine Kaufentscheidung. Sogenannte Prompts, in denen der KI klare Anweisungen gegeben werden, wo und wie sie suchen soll, würden kaum genutzt.

Chatbots geben nur bei der Hälfte der Fragen Quellen an

Die Studie zeigte außerdem: Bei aktuellen und faktenbezogenen Fragen greifen KI-Chatbots häufiger auf Webquellen zurück als bei Meinungs- und Orientierungsfragen. Oft bleibe unklar, auf welcher Information die Antwort beruhe. ChatGPT beispielsweise greift laut Medienanstalt bei Erstanfragen nur in rund der Hälfte der Fälle (52,3 Prozent) auf Webquellen zurück. Dies sei aber bei politischen Themen wichtig, um Informationen einordnen zu können.

Die Studie stellt auch fest, dass Antworten durch vorherige Nutzung oder persönliche Präferenzen der Fragenden beeinflusst werden können. Auch dies werde jedoch nicht kenntlich gemacht. Sie empfiehlt, in der politischen Bildung und bei Medienkompetenz-Schulungen Nutzer darauf hinzuweisen, dass ihre eigenen Eingaben die Antworten der KI formen.

Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, sagte: "Nur wenn diese Systeme transparent und nachvollziehbar sind, können sie zu einer informierten demokratischen Meinungsbildung beitragen." Er forderte deshalb verbindliche Regeln für KI-Dienste und mehr Transparenz, auf welcher Grundlage die KI die Antworten formuliert. Wichtig sei aber auch, den Nutzerinnen und Nutzern zu vermitteln, kritisch mit den Quellen und Angaben umzugehen.

cd/dir



Zuerst veröffentlicht 29.07.2026 15:46 Letzte Änderung: 29.07.2026 16:23

Schlagworte: Medien, Internet, KI, Künstliche Intelligenz, Medienforschung, LfM NRW, cd, Roether, NEU

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