Studie: Radio dominiert weiter die Audionutzung - epd medien

31.07.2026 08:36

Radio spielt im Medienalltag in Deutschland weiter eine große Rolle. Laut der ARD-Studie "Audioversum" hören die Menschen im Schnitt 216 Minuten am Tag Audioinhalte, davon entfallen 136 Minuten auf Radioprogramme.

Radio wird meist über UKW- oder DABplus-Geräte gehört

Frankfurt a.M. (epd). Das Radio bleibt das wichtigste Medium für Audioinhalte. Nach einer von der ARD im Juli veröffentlichten Studie zur Audionutzung hören die Deutschen im Schnitt 216 Minuten am Tag Audioinhalte, davon entfallen 136 Minuten auf das Radio (63 Prozent), an zweiter Stelle steht mit 60 Minuten das Musikstreaming, gefolgt von zwölf Minuten Podcastnutzung und acht Minuten für Hörbücher.

Die Studie "Audioversum" wird alle zwei Jahre von der ARD veröffentlicht. Für die jetzt veröffentlichte Erhebung wurden im September 2025 insgesamt 2.000 Personen ab 14 Jahren zu ihrer Audionutzung befragt. Die gesamte Hördauer blieb im Vergleich zur Vorgängerstudie unverändert, die Zeit, die mit Radiohören verbracht wird, verringerte sich um 13 Minuten. Die Zeit, in der Musik gehört wird, verlängerte sich um acht Minuten, die Podcastnutzung legte um drei Minuten zu, die Hörbuchnutzung um zwei Minuten.

Jüngere hören vor allem Musik

Laut Studie machen Radioprogramme bei den über 30-Jährigen weiterhin den größten Teil der Audionutzung aus. Je älter die Personen sind, desto länger nutzen sie Radio. Bei den 30- bis 49-Jährigen entfallen 56 Prozent der Audionutzung auf das Radio, bei den 50- bis 69-Jährigen sind es 79 Prozent, bei über 70-Jährigen 93 Prozent. Nur bei den 14- bis 29-Jährigen liegt das Musikstreaming vorn: Von den 224 Minuten, die sie täglich Audioinhalte hören, entfallen 63 Prozent auf Musik, 23 Prozent auf das Radio, elf Prozent auf Podcasts und vier Prozent auf Hörbücher.

Die Studie bezieht auch die Radionutzung über Internet ein. Erstmals habe das Internet anderen Verbreitungswegen für Audioinhalte den Rang abgelaufen, schreibt die Medienforscherin Nele Schmöckel in einem in "Media Perspektiven" veröffentlichten Aufsatz: Von den täglich gehörten 216 Audiominuten entfielen 114 (53 Prozent) auf den Verbreitungsweg Internet und 102 Minuten auf andere Verbreitungswege. Musik werde zu 93 Prozent über das Internet genutzt, Radio dagegen werde zu 71 Prozent noch über UKW- oder DABplus-Geräte gehört, nur 29 Prozent der Radionutzung erfolge über das Internet.

Audionutzung über Smartphones nimmt zu.

Dazu passt, dass die Verbreitung von MP3- oder CD-Playern abgenommen hat. Derzeit verfügen nur noch 20 Prozent der Haushalte über ein solches Gerät, das sind 3,5 Prozentpunkte weniger als vor zwei Jahren. Die Verbreitung von Smartspeakern nahm um 5,7 Prozentpunkte zu, diese Geräte gibt es jetzt in 29 Prozent der Haushalte. 94 Prozent der Haushalte verfügen über ein Smartphone, das sind 3,3 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Auch die Ausstattung mit PCs oder Notebooks stieg noch einmal um 4,0 Prozentpunkte auf 91 Prozent. Radiogeräte gibt es in 68 Prozent der Haushalte, 83 Prozent verfügen über ein Autoradio.

Die Nutzung von Audioinhalten über ein Radiogerät ging um 17 Minuten auf 70 Minuten pro Tag zurück, dafür verlängerte sich die Audionutzung auf Smartphones um 15 auf 54 Minuten. Smartphones sind damit die Geräte, über die nach dem Radio die meisten Audioinhalte genutzt werden. Es folgt das Autoradio mit 38 Minuten.

dir



Zuerst veröffentlicht 31.07.2026 10:36

Schlagworte: Medien, Medienforschung, Audio, Radio, Audioversum, Roether

zur Startseite von epd medien