31.07.2026 11:31
Berlin/Mainz (epd). Der Streit zwischen der Deutschen Bahn und dem ZDF wegen einer TV-Dokumentation der Journalistin Dunja Hayali steuert auf eine weitere Eskalationsstufe zu. "Wir behalten uns weitere juristische Schritte vor", sagte eine Sprecherin der Bahn am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin. Das Unternehmen wirft den Machern weiterhin vor, "entscheidende Fakten" bewusst auszuklammern. Dadurch entstehe ein unzulässiges "Zerrbild".
Das ZDF hatte die 43-minütige Dokumentation von Dunja Hayali und Sebastian Bellwinkel mit dem Titel "Unsere Bahn: geliebt, verflucht - gefährlich?" aus der Reihe "Am Puls" am 21. Juli ausgestrahlt. Zudem ist der Film in der ZDF-Mediathek abrufbar.
Nach öffentlicher Kritik der Bahn im unternehmenseigenen Newsblog und einer juristischen Abmahnung am Tag der Ausstrahlung reagierte das ZDF und korrigierte eine Zahlenangabe zu digitalen Stellwerken in der Mediatheken-Fassung von "0" auf "3". Hierzu unterzeichnete der Sender nach Angaben einer ZDF-Sprecherin zudem eine Unterlassungserklärung. Im Titel einer Grafik zur Bahnpünktlichkeit in Belgien änderte er außerdem die Überschrift und passte den Sprecher-Text an.
"Für weitere Anpassungen sehen wir keinen Anlass", teilte das ZDF mit. Die weitere Kritik der Deutschen Bahn an der Berichterstattung und eine damit einhergehende Forderung zur Löschung aus der Mediathek weise man zurück.
Die Bahn-Sprecherin erklärte: "Es geht uns nicht darum, Berichterstattung zu verhindern, sondern wir fordern eine faktenbasierte Darstellung." Für die Zuschauer sei nicht hinreichend kenntlich, dass die inhaltlichen Änderungen erst nach der juristischen Abmahnung erfolgten. Die Bahn wehre sich zudem nicht nur gegen die Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen in der Doku. Nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs könne auch eine unvollständige Berichterstattung rechtswidrig sein, wenn wesentliche Fakten weggelassen wurden und dadurch ein Zerrbild der Wirklichkeit entsteht.
Das ZDF hat für den 4. August die Ausstrahlung einer weiteren Sendung über die Bahn angekündigt. Die "Frontal"-Dokumentation "Das Deutsche-Bahn-Desaster" zeige, dass das "System Bahn" ein "Fass ohne Boden" sei, heißt es in der Programmankündigung des Senders.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
nbl
Zuerst veröffentlicht 31.07.2026 13:31 Letzte Änderung: 31.07.2026 13:54
Schlagworte: Medien, Fernsehen, Unternehmen, NEU
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