04.08.2026 09:54
Berlin (epd). Er war Journalist, Regierungssprecher der rot-grünen Koalition und eine engagierte Stimme gegen den Rechtsextremismus: Uwe-Karsten Heye. Er starb nach Angaben der Bundesregierung am 30. Juli im Alter von 85 Jahren. Auch der von ihm mitgegründete Verein "Gesicht Zeigen! - Für ein weltoffenes Deutschland" trauert um seinen Vorstandsvorsitzenden.
Regierungssprecher Stefan Kornelius würdigte Heyes kollegialen und wertschätzenden Umgang mit Kolleginnen, Kollegen, Journalistinnen und Journalisten. "Er prägte das Amt mit seinem Gespür für Sprache und ihre Wirkung - und mit einer Standfestigkeit, die er auch nach seiner aktiven Zeit als engagierte Stimme gegen Rechtsextremismus bewahrte", sagte Kornelius. "Diese Klarheit und Menschlichkeit werden uns fehlen." Für sein vielfältiges Engagement hatte Heye unter anderem im Jahr 2021 das Bundesverdienstkreuz erhalten.
Heye wurde 1940 im Sudetenland geboren. Sein Buch "Erinnerungen", erschienen im Jahr 2004, erzählt anhand der Geschichte seiner Mutter vom Krieg und der Nachkriegszeit in Deutschland. Es wurde 2010 als zweiteiliger Fernsehfilm vom ZDF mit Maria Furtwängler in der Hauptrolle unter dem Titel "Schicksalsjahre" verfilmt. Nach Flucht und weiteren Umzügen kam Heye nach Mainz, wo er seine journalistische Karriere begann. Von 1974 bis 1979 war er Pressereferent und Redenschreiber bei Willy Brandt (SPD). In den 1980er Jahren arbeitete er als freier Autor für ARD und ZDF.
1990 wurde er in Niedersachsen Regierungssprecher beim damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder (SPD). Von 1998 bis 2002 war er Regierungssprecher der rot-grünen Bundesregierung unter Kanzler Schröder. Zwischen 2003 und 2005 war er Generalkonsul in New York. Ab 2006 leitete er vier Jahre lang als Chefredakteur die SPD-Parteizeitung "Vorwärts".
Bereits im Jahr 2000 hatte Heye, gemeinsam mit Paul Spiegel und Michel Friedman, den Verein "Gesicht Zeigen!" gegründet, um ein deutliches Signal gegen den in Deutschland immer lauter werdenden Antisemitismus und Rechtsextremismus zu setzen.
"Uwe-Karsten Heye hat unseren Verein viele Jahre mit Leidenschaft, Klugheit und Engagement geleitet", schrieb der Verein in einem Nachruf: "Er hat durch seine politische Weitsicht Debatten angestoßen, lange bevor sie in der öffentlichen Wahrnehmung virulent waren." Unter anderem hatte Heye 2006 zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland eine kontroverse Diskussion um sogenannte No-Go-Areas für Ausländer in Ostdeutschland ausgelöst. Heyes klare politische Stimme werde dem Verein, aber auch der Öffentlichkeit fehlen.
koe
Zuerst veröffentlicht 04.08.2026 11:54
Schlagworte: Medien, Bundesregierung, Journalismus, Personalien, Heye, koe
zur Startseite von epd medien