WDR stellt Magazin "Frau tv" im November ein - epd medien

04.08.2026 16:08

Am 19. November läuft die letzte Sendung von "Frau tv" im WDR. Der Sender stellt das Magazin wegen sinkender Quoten ein. Die Themen sollen über andere Formate einen Platz beim WDR finden. Verbände kritisieren die Entscheidung.

Köln (epd). Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat das Ende des Magazins "Frau tv" im Fernsehen angekündigt. Stattdessen solle es speziell für digitale Ausspielwege produzierte Formate und Angebote geben, die Frauen und ihre Perspektive in den Mittelpunkt stellen, teilte der WDR am Dienstag in Köln mit. Grund für das Aus seien sinkende Zuschauerzahlen. So habe der Marktanteil im Jahr 2025 bei 3,4 Prozent und einer durchschnittlichen Sehbeteiligung von 131.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in Nordrhein-Westfalen gelegen, hieß es. Die letzte Ausgabe solle am 19. November laufen.

"Themen wie Frauenrechte, gesundheitliche Chancengleichheit, Frauengesundheit, Selbstbestimmung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Beziehungen haben bei uns eine lange Tradition und sind für den WDR unverzichtbar - sie liegen uns sehr am Herzen", erklärte die WDR-Programmdirektorin NRW, Wissen und Kultur, Andrea Schafarczyk. "Unser Ziel ist, mit anderen Erzählformen und Verbreitungswegen für diese Themen eine größere Aufmerksamkeit zu erzielen, als es uns mit dem klassischen Magazinformat gelungen ist." Der Facebook-Kanal von "Frau tv" bleibt den Angaben zufolge erhalten und soll weiterentwickelt werden. Das Magazin war 1997 an den Start gegangen.

Frauenverbände fordern Erhalt des Magazins

Der Dachverband der autonomen Frauenberatungsstellen NRW, die Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser NRW und der Landesverband autonomer Frauen-Notrufe NRW kritisierten die Entscheidung. Unter dem Zusammenschluss "FeVer NRW" (Feministische Vereine gegen Gewalt) fordern sie in einem offenen Brief an WDR-Intendantin Katrin Vernau den Erhalt der Sendung. Eine Sendung, die Themen wie etwa Frauenarmut, Gewaltschutz, Lipödem, Endometriose und Frauenrechte beleuchte, dürfe nicht verschwinden.

"Frauen tragen ihre persönlichen Geschichten selbst an 'Frau tv' heran, weil sie wissen, dass die Redaktion sorgsam mit ihren Anliegen umgeht", erklärten sie. Das Magazin zeichne sich durch journalistische Professionalität und gesellschaftskritischen Geist aus. "Frau tv" habe ein Alleinstellungsmerkmal im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und sei in Zeiten, in denen Frauenrechte wieder infrage gestellt würden, umso wichtiger.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

lwd



Zuerst veröffentlicht 04.08.2026 18:08

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Fernsehen, Frauen

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