WDR nimmt Restle nach X-Post gegen Vorwürfe in Schutz - epd medien

09.08.2026 13:27

ARD-Journalist Restle verbreitet auf X ein Zeitungszitat: Ein "US-amerikanisch-israelisch-marokkanisches Bündnis" sei für die Lage in Ceuta verantwortlich. Nach Kritik betont der WDR-Journalist, dass er sich die Aussage nicht zu eigen mache.

WDR-Journalist Georg Restle hat in einem Post auf X aus einem Artikel von "The Nation" zitiert

Köln (epd). Nach einem umstrittenen Post des ARD-Afrika-Korrespondenten Georg Restle zu den Ursachen des Flüchtlingsandrangs in der spanischen Exklave Ceuta hat der WDR seinen Mitarbeiter verteidigt. Auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) wies der Sender am Sonntag den Vorwurf zurück, Restle verbreite antisemitische Verschwörungstheorien. Restle hatte auf der Plattform X auf einen Artikel aus der US-Zeitung "The Nation" hingewiesen und daraus zitiert. Darin schrieb der US-amerikanische Politologe Stephen Zunes, die Lage in Ceuta sei "Teil der Bemühungen eines wachsenden US-amerikanisch-israelisch-marokkanischen Bündnisses", eine progressive europäische Regierung zu schwächen.

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Serap Güler (CDU), kommentierte dazu am Freitag auf X: "Antisemitismus & Antiamerikanismus at its best. Dass sich ein Journalist des ÖRR nicht schämt, Verschwörungstheorien zu verbreiten, ist dabei der Gipfel." Das WDR-Rundfunkratsmitglied Felix Schotland vom Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln beschwerte sich in einem Brief an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk über den früheren "Monitor"-Moderator.

Kein Zweifel "an der persönlichen Integrität von Georg Restle"

Restle stellte am Samstag auf X klar, dass er sich das Zitat nicht zu eigen mache, sondern lediglich auf eine von ihm verlinkte "geopolitische Analyse zu Ceuta" habe hinweisen wollen: "Es ist nicht meine Äußerung." Es sei aber ein Fehler gewesen, den Passus von Zunes kommentarlos wiederzugeben, "weil mir hätte klar sein müssen, dass mir dieses Zitat zugeschrieben wird".

Der WDR verwies am Sonntag auf die Klarstellung Restles und betonte: "An der persönlichen Integrität von Georg Restle besteht für den WDR keinerlei Zweifel." Ihn als Person aufgrund dieses Posts in die Nähe des Antisemitismus zu rücken, sei keinesfalls gerechtfertigt. "Gegen die persönlichen und zum Teil ehrverletzenden Angriffe in der Öffentlichkeit nimmt der WDR Georg Restle ausdrücklich in Schutz."

Nach einem Bericht der "Jüdischen Allgemeinen" schrieb Schotland in dem Brief an die WDR-Programmdirektorin, er sei "irritiert, dass ein führender Journalist des WDR einen Beitrag mit einer derart zugespitzten Darstellung veröffentlicht, der den Eindruck erweckt, geopolitische Entwicklungen würden durch ein konspiratives Netzwerk gesteuert". Es stelle sich die Frage, ob diese Äußerung den journalistischen Standards des WDR entspreche.

fu



Zuerst veröffentlicht 09.08.2026 15:27 Letzte Änderung: 10.08.2026 11:04

Schlagworte: Medien, Internet, Plattformen, Journalismus, WDR, Restle, fu, NEU

zur Startseite von epd medien