11.08.2026 09:14
Bensheim (epd). Elisabeth Weilenmanns Neubearbeitung des Hörspielklassikers "Der gute Gott von Manhattan" von Ingeborg Bachmann ist Hörspiel des Monats September. "Die behutsame Inszenierung bleibt der literarischen Vorlage treu und schafft eine einzigartige Verbindung von Sprache, Klang und Handlung, ohne vor einem bedeutenden Werk der deutschsprachigen Hörspielkunst zurückzuschrecken", erklärte die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste am Montagabend in Bensheim. "Der gute Gott von Manhattan" ist eine Koproduktion von ORF und Deutschlandfunk.
Bachmanns Stück beginnt mit einem Prozess, in dem der "gute Gott" vor Gericht steht. Er ist angeklagt, eine junge Frau in Manhattan durch einen Bombenanschlag getötet zu haben. Im Zentrum steht die Frage, ob dieser Mord notwendig war, um die Ordnung der Welt zu schützen.
Die minimalistische Musik von Anna Bauer verorte das Geschehen sowohl im New York der 1960er Jahre als auch zeitlos im Heute, "vor allem durch die technisch verfremdeten Vocal-Arrangements, die entscheidend die intimen und auch beklemmenden Momente des Stückes tragen", heißt es in der Jury-Begründung. Sie trage dazu bei, die Erzählebenen des Stückes in der Bearbeitung der österreichischen Hörspielautorin und -regisseurin Weilenmann sowohl zu definieren als auch zu verbinden und den Text in die Gegenwart zu übertragen.
Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste wählt das Hörspiel des Monats unter allen Hörspielproduktionen des Jahrgangs aus. Eingereicht werden die Hörspiele von der ARD, von Deutschlandradio, vom SRF und vom ORF. Der Jury gehören in diesem Jahr die Schriftstellerin Olga Grjasnowa und die Musikerin Masha Qrella an. Gastgebender Sender ist Deutschlandradio.
nbl
Zuerst veröffentlicht 11.08.2026 11:14
Schlagworte: Medien, Hörspiel, Auszeichnungen, nbl, Weilenmann, Bachmann
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