11.08.2026 10:51
Köln/Luxemburg (epd). Die RTL Group hat Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 deutlich gesteigert. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,9 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Köln und Luxemburg mitteilte. Die Bilanz umfasst einen Monat Sky Deutschland nach der zum 1. Juni vollzogenen Übernahme des Pay-TV-Anbieters. Das organische Umsatzwachstum lag nur bei 0,1 Prozent.
Das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted Ebita) legte um 49,4 Prozent auf 239 Millionen Euro zu. Ohne den Gewinnbeitrag von Sky Deutschland stieg das Adjusted Ebita um 11,2 Prozent, getrieben durch das Streaming-Geschäft und die Produktionssparte Fremantle. Clément Schwebig, Chief Executive Officer der RTL Group, freute sich über eine "starke Geschäftsentwicklung". Der Konzern habe die Stärke der eigenen Inhalte und Marken eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Schwebig hob die Übertragung der Fußball-WM auf den französischen Sendern M6 und M6+ hervor, die 60 Millionen Zuschauer erreicht habe.
Beim Streaming stieg die Zahl der zahlenden Kunden im Jahresvergleich um 20,7 Prozent auf 8,7 Millionen. Die Streaming-Umsätze erhöhten sich um 27,2 Prozent auf 299 Millionen Euro. Beim bereinigten Ebita gelang hier ein deutlicher Sprung: Nach einem Minus von 34 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 erwirtschaftete das Streaming-Geschäft nun ein Plus 31 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet RTL mit rund 100 Millionen Euro operativem Ergebnis aus dem Streaming.
Das klassische TV-Werbegeschäft bleibt zwar der größte Umsatzposten, die Erlöse gingen jedoch um vier Prozent auf 977 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig stiegen die digitalen Werbeerlöse um 10,9 Prozent auf 255 Millionen Euro. Bei RTL Deutschland und Groupe M6 entwickelten sich die Zuschauer- und TV-Werbemarktanteile laut Mitteilung positiv.
Mit der am 1. Juni abgeschlossenen Übernahme von Sky Deutschland stärkt RTL seine Position im deutschsprachigen Streaming- und Pay-TV-Markt. Zusammen kommen die Angebote nach Unternehmensangaben auf 12,4 Millionen zahlende Abonnements. Neben den Sky-Sportrechten an Bundesliga, DFB-Pokal, Premier League und Formel 1 gehören auch die Geschäfte in Österreich und der Schweiz zum übernommenen Unternehmen. RTL erwartet innerhalb von drei Jahren jährliche Synergien von 250 Millionen Euro.
Für 2026 bestätigt RTL trotz des schwierigen Marktumfelds seine Prognose. "Unsere Transformationsstrategie zeigt messbare Erfolge", sagte CEO Schwebig. "Einschließlich der Effekte aus dem Erwerb von Sky Deutschland erwarten wir für das Gesamtjahr einen Umsatz zwischen 7,1 Milliarden Euro und 7,2 Milliarden Euro sowie ein Adjusted Ebita von 725 Millionen Euro." Auch das mittelfristige Ziel eines bereinigten Ebita von einer Milliarde Euro bleibt laut RTL bestehen.
koe
Zuerst veröffentlicht 11.08.2026 12:51
Schlagworte: Medien, Fernsehen, Hörfunk, Internet, RTL, Bilanz
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