Prozess in Kalifornien: Facebook eine Gefahr für Kinder? - epd medien

13.08.2026 03:27

In Kalifornien hat die Geschworenenauswahl für einen Zivilprozess gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta begonnen. Die Generalstaatsanwälte von mehreren US-Bundesstaaten werfen dem Tech-Riesen vor, er gefährde Minderjährige.

Washington (epd). Am Bundesgericht in Oakland in Kalifornien steht ein Zivilverfahren gegen den Tech-Riesen Meta bevor. Generalstaatsanwälte von mehr als 20 Bundesstaaten werfen Meta vor, mit den Plattformen Facebook und Instagram die "verwundbarsten Konsumenten" auszunutzen und zu manipulieren, nämlich Kinder. Aus finanziellen Gründen habe Meta die Öffentlichkeit in die Irre geführt über die "beträchtlichen Gefahren" seiner sozialen Medien.

Laut Medienberichten vom Mittwoch (Ortszeit) hat die Geschworenenauswahl für den Prozess begonnen. Die Plädoyers werden in wenigen Tagen erwartet. Der Prozess dürfte Wochen dauern.

Vorwurf von Schäden für die Gesundheit

Die Plattformen hätten "die psychologischen und sozialen Realitäten einer Generation junger Amerikaner zutiefst verändert" und deren mentaler und physischer Gesundheit geschadet, heißt es in der 233 Seiten langen Schrift der Generalstaatsanwälte. Die Plattformen seien konzipiert mit der Einsicht, dass das "sich entwickelnde Gehirn junger User besonders anfällig für bestimmte Formen der Manipulierung" ist.

Der Fernsehsender ABC News zitierte Meta am Mittwoch, das Unternehmen sei überzeugt, es werde vor Gericht seine "langjährige Verpflichtung" zur Unterstützung junger Menschen beweisen können. Mit dem Verfahren wollen die Klagenden eine Änderung bestimmter Funktionen bei den Meta-Netzwerken sowie finanzielle Zahlungen erzwingen. Der öffentliche Fernsehsender KQED berichtetet von Forderungen von möglicherweise 1,4 Billionen US-Dollar. Rechtsexperten meinten jedoch, eine solche Summe sei unrealistisch.

Vergangene Woche war Meta im Bundesstaat New Mexico wegen der Gefährdung von Kindern zu einer Strafzahlung von 567 Millionen Dollar verurteilt worden. Der Richter begründete seine Entscheidung mit einer "Krise der psychischen Gesundheit" junger Menschen. Facebook und Instagram seien dabei ein "bedeutender Faktor". Meta kündigte Berufung an.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

ege



Zuerst veröffentlicht 13.08.2026 05:27

Schlagworte: USA, Prozesse, Medien, Internet

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