Studie: Künstliche Intelligenz verunsichert Eltern - epd medien

18.08.2026 14:42

Der Umgang mit KI ist für viele Eltern eine besondere Herausforderung. Viele fühlen sich unsicher und wünschen sich mehr Medienbildung, wie eine neue Studie der Körber-Stiftung zeigt.

Laut einer Studie fühlen sich Eltern oft schlecht darüber informiert, was das eigene Kind online macht

Hamburg (epd). Künstliche Intelligenz (KI) stellt auch Familien vor neue Herausforderungen. 42 Prozent der Eltern gaben in einer Umfrage an, dass ihr Kind bereits Falschinformationen oder KI-generierte Inhalte für echt gehalten habe, wie die Körber-Stiftung am Dienstag in Hamburg mitteilte. Für die Studie "Eltern im Fokus 2026" wurden 1.004 Eltern von Schulkindern zwischen 12 und 18 Jahren befragt. Die Untersuchung erscheint seit 2023 jährlich.

"KI ist längst im Familienalltag angekommen, doch viele Familien sind auf die neuen Herausforderungen nicht ausreichend vorbereitet", erklärte Jenny Meßinger-Koppelt, Leiterin des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung. Mehr als jeder vierte Elternteil fühle sich im Umgang mit KI-Anwendungen unsicher (28 Prozent). Eltern, die ihre Kinder kompetent begleiten wollen, stießen beim Umgang mit KI und Desinformation zunehmend an Grenzen.

Niedrigschwellige Angebote gefragt

Laut Meßinger-Koppelt ist der Unterstützungsbedarf bei Eltern groß: 65 Prozent wünschten sich mehr Informationen darüber, wie sie Falschinformationen sowie KI-generierte Bilder und Videos erkennen können. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) wisse laut Umfrage jedoch nicht, wo Information und Unterstützung zu erhalten seien. Es brauche dringend "niedrigschwellige Angebote, die Eltern Orientierung geben und sie im Alltag unterstützen", forderte die Bereichsleiterin.

Daneben wünschen sich Eltern laut Umfrage auch außerhalb der Familie mehr verbindliche Vorgaben zur Mediennutzung: 58 Prozent befürworten ein generelles Handyverbot an Schulen, 57 Prozent ein Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige.

Viele Eltern erleben den Angaben zufolge, dass ihre Kinder im Internet mit problematischen Inhalten in Berührung kommen. 35 Prozent berichten, dass ihr Kind bereits mit extremen politischen Ansichten konfrontiert wurde, 32 Prozent erhielten Informationen über Verschwörungstheorien. Mehr als jeder dritte Elternteil (35 Prozent) fühlt sich zudem eher schlecht oder sehr schlecht darüber informiert, was das eigene Kind online macht.

lnh



Zuerst veröffentlicht 18.08.2026 16:42

Schlagworte: Medien, Jugend, Umfragen, KORR

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