19.08.2026 05:33
Washington (epd). Am Bundesgericht in Oakland in Kalifornien hat am Dienstag (Ortszeit) ein Zivilverfahren gegen den Tech-Riesen Meta begonnen. Generalstaatsanwälte von mehr als 20 Bundesstaaten werfen Meta vor, mit den Plattformen Facebook und Instagram Kinder und damit die "verwundbarsten Konsumenten" auszunutzen sowie zu manipulieren. Meta wies die Vorwürfe zurück. Möglicherweise soll bei dem mehrwöchigen Prozess auch Meta-Chef Mark Zuckerberg aussagen. An dem Verfahren nehmen Generalstaatsanwälte von vier Staaten teil.
Die stellvertretende Generalstaatsanwältin von Kalifornien, Megan O’Neill, erklärte laut "Wall Street Journal" in ihrem Eröffnungsplädoyer, die Geschworenen würden erfahren, wie Meta Kinder abhängig macht. Die Plattformen des Konzerns seien darauf ausgelegt, "dass Kinder immer wieder zurückkommen". O'Neill kündigte an, entsprechende interne Dokumente vorzulegen. In einem stehe, dass Meta "Schwächen in der menschlichen Psychologie ausnutzt".
Meta-Anwalt Paul Schmidt widersprach, das Unternehmen habe Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass Kinder die Plattformen auf unsichere Weise missbrauchten. Bei dem Verfahren geht es um potenziell hohe Geldstrafen für den Mutterkonzern von Facebook und Instagram. Außerdem soll eine Änderung bestimmter Funktionen bei den Meta-Netzwerken erzwungen werden. Die Plattformen hätten "die psychologischen und sozialen Realitäten einer Generation junger Amerikaner zutiefst verändert", heißt es in der 233 Seiten langen Anklageschrift der Generalstaatsanwälte.
Anfang August wurde Meta im Bundesstaat New Mexico wegen der Gefährdung von Kindern zu einer Strafzahlung von 567 Millionen Dollar verurteilt. Der Richter begründete seine Entscheidung mit einer "Krise der psychischen Gesundheit" junger Menschen. Meta kündigte Berufung an.
In den USA wird seit Jahren über negative Auswirkungen Sozialer Medien diskutiert. Wie der Rundfunksender NPR berichtete, liegen landesweit zahlreiche Klagen gegen Tech-Firmen vor. Manche Juristen verglichen die Klagen mit den vor Jahrzehnten anlaufenden Klagen, Zigarettenrauchen mache abhängig. Die Tabakkonzerne hatten diese Prozesse verloren.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
ege
Zuerst veröffentlicht 19.08.2026 07:33
Schlagworte: USA, Justiz, Medien, Internet
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