"Star Trek"-Experte: Positive Zukunftsvision als Erfolgsrezept - epd medien

29.08.2026 08:10

In Deutschland wurde "Raumschiff Enterprise" ("Star Trek") zunächst als harmloses Science-Fiction-Märchen präsentiert. Laut "Star Trek"-Experte Björn Sülter ist die Stärke der Serie aber etwas anderes: die Vision von einer positiven Zukunft.

Experte Björn Sülter mit dem Raumschiff-Modell NCC 1701 D aus der Serie "Star Trek: The Next Generation"

Bottrop (epd). Die positive Zukunftsvision ist nach Einschätzung des Autors und "Star Trek"-Experten Björn Sülter ein wesentlicher Grund für den anhaltenden Erfolg der Science-Fiction-Reihe "Star Trek". "Gemeinsam mit starken Identifikationsfiguren war es möglich, von einer besseren Welt ohne Kriege, Krisen, Leid, Armut und Krankheit zu träumen", sagte Sülter dem epd. Vor 60 Jahren, am 8. September 1966, startete in den USA die TV-Serie "Star Trek". Sechs Jahre später wurde sie im deutschen Fernsehen unter dem Titel "Raumschiff Enterprise" gezeigt.

Zum Erfolg in Deutschland habe beigetragen, dass "Raumschiff Enterprise" erst nach der ersten bemannten Mondlandung im Jahr 1969 ins Fernsehen gekommen sei, erklärte Sülter. Die Serie sei damit in einer Phase gestartet, in der die Menschen neuen Weltraummissionen entgegengefiebert hätten. Hinzu gekommen seien der Traum von fremden Welten sowie die Faszination für futuristische Technik und außerirdische Lebensformen. Sülter ist auch Gastgeber des offiziellen "Star Trek Days" am 8. September in Bottrop, mit dem der 60. Geburtstag von "Star Trek" in Deutschland gefeiert wird.

Gesellschaftspolitische Botschaften abgeschwächt

Die deutsche Synchronfassung mit ihrem "schnoddrigen Tonfall" habe ein junges Publikum angesprochen, sagte der Autor von "Es lebe Star Trek" und weiterer Bücher über das "Star Trek"-Phänomen. Allerdings seien dadurch die gesellschaftspolitischen Botschaften des "Star Trek"-Schöpfers Gene Roddenberry abgeschwächt und das Format auf ein harmloses Science-Fiction-Märchen für jüngere Zuschauer reduziert worden. Konflikte seien entschärft und einzelne Episoden aussortiert worden. Dem Erfolg habe diese Strategie dennoch nicht geschadet.

Dass "Star Trek" über Jahrzehnte fortgesetzt wurde, führt Sülter auf die treue Fangemeinde, aber auch auf wirtschaftliche Gründe zurück. Die Reihe habe den Lizenzgebern stets genügend Geld eingebracht, um neue Filme und Serien zu ermöglichen. Zugleich habe sie sich weiterentwickelt, den Zeitgeist aufgegriffen und zuletzt verstärkt Inklusion sowie vielfältige Identifikationsfiguren in den Mittelpunkt gerückt. Das mache "Star Trek" auch nach 60 Jahren "immer noch frisch und spannend".

Aktuelle Serien aus dem "Star Trek"-Universum wie "Star Trek: Strange New Worlds" sind in Deutschland beim Streamingdienst Paramount+ zusehen.

lwd



Zuerst veröffentlicht 29.08.2026 10:10

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Geschichte, INT

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