Dju registriert Übergriffe gegen Medien im AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt - epd medien

03.09.2026 06:42

Im Wahlkampf vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am kommenden Sonntag gab es laut der Journalisten-Gewerkschaft dju auf AfD-Veranstaltungen zahlreiche Übergriffe und Einschüchterungsversuche gegenüber Medien.

AfD-Wahlplakat neben der Kirche St. Johannis in Magdeburg

Magdeburg (epd). Im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt hat es nach Angaben der Journalisten-Gewerkschaft dju auf AfD-Veranstaltungen seit Mai dieses Jahres 30 Übergriffe und Behinderungen gegenüber Medienschaffenden gegeben. Davon seien mindestens 43 Journalistinnen und Journalisten, TV-Teams und politische Influencer betroffen gewesen seien, teilte die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di. am Donnerstag mit.

Das Spektrum der Einschüchterungen reicht demnach von verbaler Diffamierung und gezielter Arbeitsbehinderung über Nachstellungen bis zu körperlichen Angriffen, die in fünf Fällen registriert worden seien. Auch das Veröffentlichen personenbezogener Daten im Internet ("Doxing") erwähnt die dju.

Gewerkschaft: Rechte Streamer und Aktivisten eskalieren

25 der 43 Vorfälle hätten sich in den vergangenen drei Wochen ereignet, hieß es weiter. Betroffen seien Journalistinnen und Journalisten unter anderem der Sender CBC News, ProSieben, RBB, WDR und MDR sowie des Online-Portals "Politico" und des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Die Eskalationen seien im Wesentlichen von rechten bis rechtsextremen Streamern und Medienaktivisten ausgegangen, die das Umfeld der AfD-Veranstaltungen der Gewerkschaft zufolge dominierten.

Ver.di kritisierte die AfD als medienfeindliche Partei. Sie bekämpfe nicht nur den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sondern unterbinde und behindere auch die unabhängige Berichterstattung auf Parteitagen, bei Demonstrationen und im Wahlkampf.

sro



Zuerst veröffentlicht 03.09.2026 08:42 Letzte Änderung: 03.09.2026 09:49

Schlagworte: Wahlen, Medien, Sachsen-Anhalt, NEU

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