04.09.2026 08:58
Berlin (epd). Gut zwei Monate nach der Affäre um die KI-Nutzung für seine Meinungsbeiträge darf Stephan-Andreas Casdorff wieder für den Berliner "Tagesspiegel" tätig sein. "Zunächst wird er sich vor allem auf Moderationen konzentrieren; später ist auch wieder gelegentliches Schreiben vorgesehen", teilte eine Verlagssprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag auf Anfrage mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.
"Es gab eingehende Gespräche und Stephan-Andreas Casdorff hat sein Verhalten im Umgang mit KI selbstkritisch reflektiert." Er habe zudem von Anfang an eingestanden, einen "Riesenfehler" gemacht zu haben, und sich entschuldigt. "Deshalb nimmt er seine Tätigkeit für den Tagesspiegel wieder auf."
Mitte Juni hatte der "Tagesspiegel" mitgeteilt, dass Casdorff mehrfach Meinungstexte für die Zeitung mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) geschrieben habe. Der ehemalige Herausgeber und Chefredakteur des Blattes dürfe deshalb bis auf Weiteres nicht mehr publizistisch für den "Tagesspiegel" aktiv sein, da er gegen redaktionelle Richtlinien verstoßen habe.
Casdorff ist seit 1999 für den "Tagesspiegel" tätig, von 2004 bis 2018 war er an der Seite von Lorenz Maroldt Chefredakteur. Danach gehörte er bis 2024 dem Herausgeberkreis der Zeitung an, zuletzt arbeitete Casdorff als Editor-at-Large beim "Tagesspiegel".
ema/nbl
Zuerst veröffentlicht 04.09.2026 10:58 Letzte Änderung: 04.09.2026 12:13
Schlagworte: Medien, Presse, Verlage, Künstliche Intelligenz, NEU
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