Journalisten-Verband verteidigt MDR gegen Vorwürfe von Siegmund - epd medien

06.09.2026 20:28

In der ARD erhebt der sachsen-anhaltische AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund abermals schwere Vorwürfe gegen den MDR. "Das ist eine Unverschämtheit", sagt der DJV-Bundesvorsitzende Beuster und pocht auf eine freie Medienberichterstattung.

Mika Beuster, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes

Berlin (epd). Der Deutsche Journalisten-Verband weist die Vorwürfe des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund gegen die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zurück. Siegmund sprach am Wahlabend von "wahnsinnig vielen Vorurteilen" sowie von "vielen Fake News" und "viel Desinformation" im Wahlkampf, zu der Teile des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einen Beitrag geleistet hätten. Deswegen wolle er die "Rundfunkzwangsabgabe" beenden und den Medienstaatsvertrag kündigen, wiederholte Siegmund am Sonntagabend in der ARD-"Tagesschau" die Position aus dem Wahlprogramm seiner Partei.

"Das ist eine Unverschämtheit, die nichts mit der Qualität der MDR-Berichterstattung zu tun hat", kritisierte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster die Äußerungen Siegmunds in einem Post der Journalisten-Gewerkschaft im Netzwerk LinkedIn und verteidigte damit die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Allgemeinen und der MDR im Besonderen sind Garanten der unvoreingenommenen und unabhängigen Berichterstattung. Das muss auch weiterhin gelten - ob das der AfD passt oder nicht", fügte Beuster hinzu.

Appell an Verantwortliche des MDR

Die MDR-Verantwortlichen rief Beuster auf, sich im Falle der Kündigung des Staatsvertrags mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr zu setzen. "Die Pressefreiheit ist ein Grundrecht der Verfassung. Daran kommt auch eine extremistische Partei nicht vorbei - auch nicht, wenn sie Regierungspartei werden könnte", sagte der Gewerkschafter.

Den Hochrechnungen vom Wahlabend zufolge ist die AfD künftige stärkste Kraft im sachsen-anhaltischen Landtag. Ob Siegmund Ministerpräsident wird, blieb allerdings fraglich. Die Mehrheit der Sitze im Landtag wird die Partei vermutlich verfehlen, deren sachsen-anhaltischer Landesverband vom Verfassungsschutz des Bundeslandes als gesichert rechtsextrem eingestuft wird.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

kfr



Zuerst veröffentlicht 06.09.2026 22:28 Letzte Änderung: 06.09.2026 22:32

Schlagworte: Wahlen, Bundesländer, Medien, Rundfunk, NEU

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