Großes Interesse an Wahlberichterstattung bei ARD und ZDF - epd medien

07.09.2026 09:15

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist am Sonntagabend bei ARD und ZDF auf großes Publikumsinteresse gestoßen. Beim Deutschen Journalisten-Verband löste eine Aussage des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund in der "Tagesschau" scharfe Kritik aus.

Die Moderatoren Jörg Schönenborn (l.) und Gunnar Breske am Sonntagabend im ARD-Wahlstudio

Frankfurt a.M./Berlin (epd). Die Wahlberichterstattung bei ARD und ZDF ist am Sonntagabend auf großes Interesse gestoßen. Die Berichte von 17.39 Uhr bis 20 Uhr zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt verfolgten im Ersten im Schnitt 3,3 Millionen Zuschauer, wie die AGF Videoforschung am Montag in Frankfurt am Main mitteilte. Das entspricht einem Marktanteil von 20,9 Prozent. Im ZDF sahen zwischen 19.26 Uhr und 20.18 Uhr 2,71 Millionen Menschen zu (Marktanteil: 13,2 Prozent).

Sachsen-Anhalt hatte am Sonntag gewählt. Laut vorläufigem Ergebnis ist die AfD künftige stärkste Kraft im Magdeburger Landtag. Die Partei, deren sachsen-anhaltischer Landesverband vom Verfassungsschutz des Bundeslandes als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, verfehlte jedoch die Mehrheit der Sitze.

"Tagesschau" an der Spitze

TV-Spitzenreiter am Sonntag war mit Abstand die 20-Uhr-Ausgabe der ARD-"Tagesschau" mit einer Reichweite von 7,7 Millionen Zuschauern im Ersten und einem Marktanteil von 34 Prozent, wie es hieß. Die darauffolgende Sendung "Landtagswahl in Sachsen-Anhalt" im Ersten sahen 4,2 Millionen Menschen (Marktanteil 19,3 Prozent), gefolgt vom "heute journal" des ZDF ab 21.47 Uhr mit 3,8 Millionen Zuschauer und 19,1 Prozent Marktanteil sowie ZDF-"heute" mit 3,4 Millionen Zuschauern und einem Anteil von 19,2 Prozent.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) wies unterdessen die Vorwürfe des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund gegen die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zur Landtagswahl zurück. Siegmund sprach am Wahlabend von "wahnsinnig vielen Vorurteilen" sowie von "vielen Fake News" und "viel Desinformation" im Wahlkampf, zu der Teile des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einen Beitrag geleistet hätten. Deswegen wolle er die "Rundfunkzwangsabgabe" beenden und unter anderem den Medienstaatsvertrag kündigen, wiederholte Siegmund am Abend in der "Tagesschau" die Position aus dem Wahlprogramm seiner Partei.

DJV verteidigt MDR

"Das ist eine Unverschämtheit, die nichts mit der Qualität der MDR-Berichterstattung zu tun hat", kritisierte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster die Äußerungen Siegmunds und verteidigte damit die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Allgemeinen und der MDR im Besonderen sind Garanten der unvoreingenommenen und unabhängigen Berichterstattung. Das muss auch weiterhin gelten - ob das der AfD passt oder nicht."

Die MDR-Verantwortlichen rief Beuster auf, sich im Falle der Kündigung des MDR-Staatsvertrags mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr zu setzen. "Die Pressefreiheit ist ein Grundrecht der Verfassung. Daran kommt auch eine extremistische Partei nicht vorbei - auch nicht, wenn sie Regierungspartei werden könnte", sagte der Gewerkschafter.

ema/kfr/rid



Zuerst veröffentlicht 06.09.2026 22:28 Letzte Änderung: 07.09.2026 11:15

Schlagworte: Wahlen, Bundesländer, Medien, Rundfunk, NEU

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